skip to content

Die Peanuts - Der Film [2015]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 26. Juni 2016
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: The Peanuts Movie
Laufzeit: 93 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Steve Martino
Musik: Christophe Beck
Stimmen: Noah Schnapp (Cosmo Clarén), Hadley Belle Miller (Sarah Kunze), Alexander Garfin (Oliver Szerkus), Venus Schultheis (Lotta Stüber), Francesca Capaldi (Heda Erlebach), Noah Johnston (Juri Winkler), Rebecca Bloom (Nisha Wunder), Mariel Sheets (Paulina Hasper), Anastasia Bredikhina (Xara Eich), Bill Melendez, Kristin Chenoweth, Troy 'Trombone Shorty' Andrews


Kurzinhalt:

Es spielt keine Rolle, was er anpackt, Charlie Brown (Noah Schnapp / Cosmo Clarén) hat kein Glück. Er trainiert für die Baseball-Saison und gewinnt dennoch nicht. Auch seine Bemühungen, einen Drachen steigen zu lassen, werden vom drachfressenden Baum regelmäßig zunichtegemacht. Als ein kleines, rothaariges Mädchen (Francesca Capaldi / Heda Erlebach) an die Schule kommt, ist er Hals über Kopf verliebt und er hofft, dass sie ihm aufgeschlossen gegenübersteht, weiß sie doch nicht, dass er sonst ein Verlierer ist. Da passiert es, dass er unerwarteter Weise das beste Testergebnis erhält, das je an der Schule vergeben wurde – nur wie lange kann seine Glücksträhne anhalten – und reicht sie aus, um das Herz des rothaarigen Mädchens zu gewinnen?


Kritik:
Die Peanuts - Der Film ist einer der seltenen Fälle, bei denen man als erwachsener Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute ein Grinsen im Gesicht hat. Ganz egal, ob was dem liebenswerten Charlie Brown oder seinen Freunden geschieht, gerade lustig ist, oder nicht. Allein der Look des zauberhaft animierten Films ist so gelungen und einzigartig, dass jeder, der mit den Peanuts-Comics von Charles M. Schulz vertraut ist, sich sofort darin verlieren kann. Dass die Geschichte dem nicht ganz standhält, verzeiht man dank der Botschaft dabei gern.

Mehr als 40 Millionen Menschen lesen immer noch die Comicstrips, die von Schulz in den Jahren zwischen 1950 und 2000 veröffentlicht wurden. Seine Themen sind dabei unabhängig von Alter, Wohnort oder Überzeugung jedweder Art gültig. Viele dieser Themen greift Die Peanuts - Der Film auf und erzählt davon, wie der glücklose Charlie Brown, dem weder beim Drachensteigen, noch beim Baseball oder beim Eishockey irgendetwas gelingen mag, sich in das neue Mädchen in seiner Klasse verliebt. Aber könnte sie ihn überhaupt mögen? Den ewigen Verlierer, wie er sich selbst sieht?

Die Story ist so schlicht wie sie klingt und besteht mehr aus einer Aneinanderreihung verschiedener Sequenzen, in denen Charlie Brown seine Unsicherheit überwinden möchte, um das kleine rothaarige Mädchen anzusprechen, oder sie zu beeindrucken, denn aus einem zusammenhängenden Erzählungsbogen. Unterbrochen wird das Ganze von auslandenden Sequenzen, die sich in der Vorstellungskraft seines treuen Hundes Snoopy abspielen, der mit seinem Herrchen mitleidet, ihm Tipps gibt und ihn ermuntert, während er seine eigene unglückliche Liebesgeschichte in einem Luftkampf mit dem Roten Baron ausficht. Das klingt absurd, doch diejenigen, die mit den Comics vertraut sind, werden hier Vieles wiederentdecken.

Aber ja, die Geschichte von Die Peanuts - Der Film trägt die eineinhalb Stunden kaum, was unterstreicht, dass die situationsbedingten Lebensweisheiten, die Schulz in die unvergleichlichen Comicstrips verpackt hat, sich besser in kurzen, prägnanten Momenten einfangen lässt. Aneinander gereiht scheinen sie genau das, zusammengestellt, weil sie zur Situation passen, aber nicht, weil die Situation sich so entwickelt.
Dass diese Kritikpunkte nicht so stark ins Gewicht fallen, liegt daran, wie Filmemacher Steve Martino seinen Film, der unter anderem von Schulz' Sohn Craig bzw. seinem Enkel Bryan mitgeschrieben wurde, präsentiert.

Als bekannt wurde, dass Die Peanuts - Der Film in einer 3D-Version als Computeranimationsfilm umgesetzt würde, war die Skepsis groß. Wie würden diese Figuren wirken, wenn sie nicht mehr aus den deutlichen Strichen zusammengesetzt wären? Das Aussehen, für das sich Martino entschied, ist so ungewöhnlich, dass es allein bereits einen unschätzbaren Charme besitzt. Die Hintergründe sind weich und flüssig animiert, mit farbenfrohem Gras und spiegelnden Wasser im Sommer, oder dem ständigen, weichen Schneefall im Winter. Den Figuren dagegen haftet ein 2D-Look an, der sich schwer in Worte fassen lässt. So wirken die verschiedenen Kinder immer noch wie gezeichnet, auch wenn Lucys Haar ganz feine Konturen besitzt und ein Gewicht, so dass es bei jedem Schritt von ihr mitwippt. Bei Woodstock kann man den Ansatz der Federn sehen und Snoopy selbst wirkt flauschig, auch wenn die Augen und die Mimik zum Teil wie gezeichnet scheinen. Statt die beliebten Charaktere zu verändern, wirken sie trotz der modernen Umsetzung, als wären sie handgezeichnet, wozu auch die etwas hakeligen Bewegungen beitragen. So flüssig die Hintergründe animiert sind, so sehr erinnern Charlie Brown und seine Freunde, wenn sie gehen, springen oder rennen, als wären sie aus den vielen TV-Filmen zu Gast, in denen sie mitgewirkt haben. Diese Mischung ist ungewohnt und ungewöhnlich, aber so gelungen wie einzigartig.


Fazit:
Regisseur Steve Martino gelingt das Kunststück, die Figuren in Die Peanuts - Der Film in moderner Animation zum Leben zu erwecken, ohne dabei zu opfern, was die unnachahmlichen Charaktere seit ihrer Erfindung vor über 60 Jahren ausmacht. Die Technik ist so bezaubernd und unerwartet, dass man sich kaum vorstellen kann, wie das anders funktionieren sollte. Die Geschichte selbst wirkt mit Snoopys Fantasien, die zwar nett sind, für sich aber nicht wirklich notwendig, auf die spielfilmfreundlichen eineinhalb Stunden aufgeblasen.
Dafür bringt sie auf den Punkt, was Charlie Brown so liebenswert macht, der sich nie unterkriegen lässt, es immer weiter probiert und auch dann grundehrlich bleibt, wenn er damit die beste Gelegenheit, das Mädchen seiner Träume für sich zu gewinnen, aufgibt. Vor allem ältere Zuschauer werden sich in seiner Welt und der seiner Freunde verlieren können und auch die verbalen Anspielungen verstehen, die das junge Publikum hier überfordern werden. Wer sich für eineinhalb Stunden wie ein Kind fühlen und aus dem Staunen nicht herauskommen möchte, der findet bei Die Peanuts - Der Film die beste Gelegenheit dazu – eine tolle, berührende und warmherzige Botschaft inklusive.    


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Treffpunkt: Kritik verwendet Cookies, um den Internetauftritt bestmöglich an die Besucher anpassen zu können.
Sofern Sie auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.