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Die Maske des Zorro [1998]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 8. Juni 2016
Genre: Unterhaltung / Action / Komödie

Originaltitel: The Mask of Zorro
Laufzeit: 136 min.
Produktionsland: USA / Deutschland
Produktionsjahr: 1998
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Martin Campbell
Musik: James Horner
Darsteller: Antonio Banderas, Anthony Hopkins, Catherine Zeta-Jones, Stuart Wilson, Matt Letscher, Julieta Rosen, Victor Rivers, L.Q. Jones, José Pérez, Pedro Armendáriz Jr. , Moisés Suárez, Humberto Elizondo, Tony Amendola, Luisa Huertas


Kurzinhalt:

Als zum Ende der spanischen Kolonialherrschaft über Mexiko und Kalifornien der letzte der verbliebenen Gouverneure, Don Rafael Montero (Stuart Wilson), dahinter kommt, dass Don Diego de la Vega (Anthony Hopkins) hinter der Maske des für das Volk kämpfenden Zorro steckt, lässt er ihn in den Kerker werfen und zieht dessen Tochter als seine eigene groß. 20 Jahre später kehrt Montero zurück und de la Vega sucht Rache. Ebenso wie der Bandit Alejandro Murrieta (Antonio Banderas), der eine persönliche Rechnung mit Monteros rechter Hand Capitan Harrison Love (Matt Letscher) offen hat. So unterweist de la Vega Murrieta, dass dieser seinen Platz als Zorro einnehmen kann. Doch de la Vega hat noch ein anderes Ziel: Er will seine Tochter Elena (Catherine Zeta-Jones) zurückgewinnen, die Montero mit zurück gebracht hat ...


Kritik:
Mit Die Maske des Zorro präsentiert Filmemacher Martin Campbell ein erfrischend altmodisches Mantel-und-Degen-Abenteuer um den "mexikanischen" Robin Hood. Dabei macht er so Vieles richtig, dass die Dinge, die ihm nicht gelingen, nicht nur wenig ins Gewicht fallen, sondern am Ende kaum in Erinnerung bleiben. Temporeich erzählt, nimmt sich die Geschichte viel Zeit, Zorros Werdegang zu schildern und verliert auch nicht aus dem Blick, woher er kommt. Seine Gegner erfahren nicht so viel Aufmerksamkeit.

Kenner des Ursprungs der Figur, die ihren Einstand vor beinahe 100 Jahren in amerikanischen Groschenromanen feierte, können sich darüber freuen, dass Campbell viele Merkmale der Vorlage aufgreift. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, herrschen spanische Kolonialherren über Kalifornien, doch ihre Zeit neigt sich dem Ende zu. Das unterdrückte Volk fordert den Tod des letzten Gouverneurs, Don Rafael Montero, dem es vor seiner Flucht aus Kalifornien gelingt, den maskierten Retter des Volkes, Zorro genannt, zu enttarnen. 20 Jahre später kehrt Montero zurück und Don Diego de la Vega, der lange Zeit als Zorro das Volk beschützte, will Rache nehmen. Doch bis dahin trainiert er den Banditen Alejandro Murrieta, um an seiner Stelle als Zorro gegen die Unterdrücker zu kämpfen.

Das klingt holpriger, als es wirklich ist, was zum großen Teil daran liegt, dass Die Maske des Zorro einen sehr langen Prolog bietet. Wie de la Vega auf Murrieta trifft, er in ihm das Potential sieht, seinen Platz einzunehmen, ist gut gelungen. Vor allem dank an der schlichtweg fabelhaften Besetzung der beiden Hauptfiguren. Es ist, als wäre Antonio Banderas für die Rolle des Zorro geboren: Er bringt den Charme, die spielerische Arroganz und die Selbstironie so fantastisch zum Ausdruck, dass man sich kaum vorstellen kann, wie jemand anders diese Rolle ausfüllen soll. Anthony Hopkins gelingt dies zu Beginn ebenso, doch gesellt sich in seinen Blick eine Schwermut, die der Figur auch ohne Dialog eine enorme Ausstrahlung verleiht.

Zorro wird hier als eine Mischung aus Robin Hood und Batman präsentiert, mit dem wohlhabenden Auftreten, dem geheimen Doppelleben und der Tatsache, dass er seine Gegner nach Möglichkeit am Leben lässt. Doch er ist mehr Held als Superheld. Hinzu kommt dank des Komplotts, das Montero gegen die spanische Krone schmiedet, der Hauch eines Agentenabenteuers, das Die Maske des Zorro ein unverwechselbares Flair verleiht. Die Geschichte wirkt dabei nie zu überfrachtet oder zu lang, zumal Banderas und Catherine Zeta-Jones ihre gemeinsamen Momente mit einer ansteckenden Chemie zum Glühen bringen. Ihr Tanz und das Duell gehören zu den Highlights des Films und elektrisieren auch heute noch.

Wodurch sich Martin Campbell hier auszeichnet ist seine hervorragende Optik und Choreografie: Statt hektischer Schnitte und verwackelter Einstellungen, lässt er seine Darsteller in langen Totalen ihr Können zeigen. Das abschließende Duell zwischen de la Vega und Murrieta bei dessen Ausbildung, das in einer einzigen Kamerafahrt beide Darsteller zeigt, ihre Technik und die rasante Steigerung der Geschwindigkeit, ist schlicht brillant. Ebenso der Kampf zwischen Zorro, Montero und Capitan Love. Diese eine Einstellung beim Finale, bei der sich beide Kontrahenten in Stellung bringen und Zorro die Klinge seines Degens im Sonnenlicht blitzen lässt, ist unnachahmlich fabelhaft gelungen. Die Maske des Zorro ist ein durchweg toll eingefangener Abenteuerfilm. Umso bedauerlicher, dass die Bösewichte, insbesondere Harrison Love, so wenig entwickelt sind. Und auch wenn der Humor der ernsten Geschichte merklich guttut, in der ersten Filmhälfte ist er nicht ansatzweise so ausbalanciert wie danach.


Fazit:
Zur authentischen Atmosphäre trägt James Horners eingängiger Score entscheidend bei, auch wenn er erstaunlich wenige Themen präsentiert. Er lässt manche Momente leichter erscheinen, als die Handlung es an sich nahelegt. Gerade bei der Vorstellung von Alejandro Murrieta nach dem Prolog, wirkt Die Maske des Zorro beim Humor etwas ungeschliffen. Doch das ist vergessen, wenn das Charisma der Darsteller (die bis auf in wenigen Momenten unterforderte Catherine Zeta-Jones eingeschlossen) die Bilder ausfüllt.
Die Stunts sind mitreißend umgesetzt und die Choreografie in den Kampfszenen schlicht umwerfend. Es lässt einen darüber hinwegsehen, dass die Ursprungsgeschichte und wie sie erzählt ist, allzu bekannt klingt und bis auf wenige Figuren die meisten zu wenig Hintergrund zugeschrieben bekommen. Dem reinen Unterhaltungswert schadet das nicht und so gehört Martin Campbells Zorro-Abenteuer immer noch zum sehenswertesten und gelungensten, das es gibt.    


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