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Die Bestimmung - Insurgent [2015]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 7. Dezember 2015
Genre: Science Fiction / Action / Thriller

Originaltitel: Insurgent
Laufzeit: 119 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Robert Schwentke
Musik: Joseph Trapanese
Darsteller: Shailene Woodley, Theo James, Ansel Elgort, Miles Teller, Kate Winslet, Jai Courtney, Mekhi Phifer, Octavia Spencer, Zoë Kravitz, Ashley Judd


Kurzinhalt:

Auf der Flucht vor der Anführerin der Ken-Fraktion, Jeanine (Kate Winslet), haben Tris (Shailene Woodley), ihr Bruder Caleb (Ansel Elgort), Four (Theo James) und Peter (Miles Teller) bei der Fraktion der Amite Unterschlupf gefunden. Sie werden beschuldigt, für das Massaker an den Altruan verantwortlich zu sein, das in Wahrheit Jeanine verursacht hat. Ihr Ziel ist ist eine Box, die sich im Besitz der Altruan befunden hat. Sie stammt von den Gründern, die das Fraktionssystem in den Ruinen Chicagos erbaut haben. Doch nur ein Unbestimmter kann die Box öffnen. Darum sendet Jeanine ihre Schergen Eric (Jai Courtney) und Max (Mekhi Phifer), um geeignete Kandidaten zu finden ...


Kritik:
Die Feststellung allein, dass Die Bestimmung - Insurgent eine Verbesserung gegenüber dem Vorgängerfilm darstellt, besagt nicht viel. Der erste Teil war so unentschlossen und abgekupfert, dass die Fortsetzung gleichermaßen in beide Richtungen schwingen konnte. Besser geworden sind die handwerklichen Aspekte, was nicht zuletzt an den Beteiligten hinter der Kamera liegt. Davor und in Bezug auf das Drehbuch hat sich bedauerlicherweise nichts verbessert. Beinahe im Gegenteil.

Für die gelungene Optik mit vielen Einstellungen über Kopf, knackigen Farben und interessanten Perspektiven zeichnet kein geringerer als Florian Ballhaus verantwortlich, der zuletzt Die Bücherdiebin [2013] in Szene setzte. Ihm gelingt es, der Geschichte um eine in Fraktionen aufgespaltene Gesellschaft, in der ein jeder mit der Vollendung des 16. Lebensjahrs seine Fraktion wählen muss, ein Profil zu verleihen. Manche Momente lassen dabei sogar eine gewisse Symmetrie erkennen und auch das Breitbild-Kino-Ambiente kommt hier gut zum Ausdruck.

So gelungen das Aussehen, so austauschbar ist die Musik von Joseph Trapanese, der weder seinen Figuren, noch dem Film an sich eine eindeutige Identität verleiht. Er scheint ein ähnliches Problem zu haben wie Regisseur Robert Schwentke, der an seinen Hollywood-Erstling Flightplan – Ohne jede Spur [2005] seither nicht mehr anknüpfen konnte. Die unterschiedlichen Verfilmungen erfolgreicher Jugendbücher, die jeweils in einer postapokalyptischen Zukunft spielen und in denen je die Hauptfigur den Schlüssel für die Rettung aus der Unterdrückung darstellt, sind inhaltlich so austauschbar, dass sie mühelos alle in derselben Welt spielen könnten. Ob Kate Winslets Figur nun Jeanine heißt, oder Präsidentin Snow, spielt am Ende keine Rolle – der Tenor der Geschichten ist immer derselbe. Und weil es auch für die Zuschauer immer schwieriger wird, hier durchzusehen, muss Schwentke in Insurgent immer unterstreichen, worum es eigentlich gerade geht.

Endet ein Dialog beispielsweise mit dem Satz "Ich bin hier nicht der Feind.", wird im Anschluss auf Kate Winslet geschnitten, um zu verdeutlichen, wer denn der Feind ist. Heißt es ein andermal "Wir müssen die Eine Unbestimmte finden, die die Box öffnen kann.", erfolgt ein Schnitt auf Shailene Woodley, die als Tris nicht nur Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist, sondern eben das Schicksal der Menschheit in Händen hält. Auch sonst wird immer wieder ausdrücklich unterstrichen, wohin die Figuren jetzt unterwegs sind, was als nächstes zu tun ist, einfach damit auch der unaufmerksamste Zuschauer im Bilde bleibt. Wer aufgepasst hat, bekommt allerdings das Gefühl, die Drehbuchautoren halten ihr Publikum für dämlich.

Die Geschichte setzt nach den Ereignissen des ersten Teils an, mit deren Auswirkungen Tris immer noch zu kämpfen hat. Sie, Four, ihr Bruder Caleb und Peter werden beschuldigt, für einen brutalen Anschlag auf die Fraktion der Altruan verantwortlich zu sein, den in Wahrheit Jeanine verursacht hat. Was ihr Ziel dahinter ist, klärt Insurgent nun auf, denn mit einem Artefakt der Gründer, die das Fraktionssystem etabliert haben, hofft sie, ihren Machtanspruch durchsetzen zu können. Bis die Nachricht entschlüsselt wird, dauert es freilich und hört man sie am Ende, lässt einem der Film wie zuvor kaum Zeit, darüber nachzudenken. Das ist auch besser so, denn würde man es tun, würde einem auffallen, dass die ganze Prämisse keinen rechten Sinn ergibt.


Fazit:
Von den Darstellern zeigt sich einzig Shailene Woodley sehr engagiert, wobei ihre Figur so blass geschrieben ist, dass weder die dramatischen Szenen mitreißen, noch ihre Härte wirklich überzeugt. Dafür beweist Jai Courtney einmal mehr, dass ihm die Rolle eines Cyborgs eher liegen würde, als die eines gefühlsbetonten Wesens. Was mit ihm in der Mitte des Films geschieht, hätte schon zu Beginn des ersten Teils passieren sollen, ja müssen.
Die Story ist bestenfalls löchrig, aber nie originell oder darum bemüht, neue Wege zu gehen. Jede Szene, jeder Dialog, endet genau so, wie es Fans des Genres vorhersehen werden. Alle Twists sind lange absehbar und immer, wenn man sich in den ruhigen Momenten, in denen die Charaktere offenbaren, wie wenig Tiefe sie besitzen, fragt, ob es nicht Zeit für eine unmotivierte Actionszene wäre, findet diese mit Sicherheit gleich statt. Die Bestimmung – Insurgent ist handwerklich kompetent gemacht und nicht wirklich langweilig. Nur das allein reicht nicht für einen guten Film.    


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