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Der Flug des Navigators [1986]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 25. Juli 2014
Genre: Science Fiction

Originaltitel: Flight of the Navigator
Laufzeit: 89 min.
Produktionsland: USA / Norwegen
Produktionsjahr: 1986
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Randal Kleiser
Musik: Alan Silvestri
Darsteller: Joey Cramer, Paul Reubens (Arne Elsholtz), Veronica Cartwright, Cliff De Young, Sarah Jessica Parker, Albie Whitaker, Matt Adler, Howard Hesseman, Robert Small, Jonathan Sanger


Kurzinhalt:
Vor dem Familienabendessen am 4. Juli 1978 bittet seine Mutter Helen (Veronica Cartwright) den zwölfjährige David (Joey Cramer), seinem vier Jahre jüngeren Bruder Jeff (Albie Whitaker) entgegenzulaufen, der sich durch ein kleines Waldstück auf den Nachhauseweg gemacht hat. Nach einem Sturz macht sich David selbst auf den Heimweg. Doch als er ankommt, wohnen dort ganz andere Menschen und als er seinen Vater Bill (Cliff De Young) wiedersieht, muss David erkennen, dass er acht Jahre lang verschwunden war und keinen Tag älter geworden ist.
Zur gleichen Zeit beginnt der NASA-Wissenschaftler Dr. Faraday (Howard Hesseman) mit den Untersuchungen an einem gestrandeten Raumschiff. Als David bei Tests das Design des ihm eigentlich unbekannten Schiffes auf Computermonitore projiziert, holt ihn Faraday zur NASA. Da er ahnt, dass er von den Wissenschaftlern nie in Ruhe gelassen wird, macht sich David mit Hilfe der NASA-Mitarbeiterin Carolyn (Sarah Jessica Parker) auf, das Schiff aufzusuchen, das ihn ständig als "Navigator" mit einer Stimme (Paul Reubens / Arne Elsholtz) zu rufen scheint ...


Kritik:
Man kann Der Flug des Navigators vorwerfen, dass der Film viele Möglichkeiten ungenutzt lässt und die Geschichte zu einfach auflöst. Doch gerade die harmlose Erzählung, die einen an die Seite des 12jährigen David versetzt, der das Abenteuer seines Lebens erlebt, zeichnet den Charme des Disney Science Fiction-Films aus. Dass er auch nach beinahe 30 Jahren noch besteht, liegt einerseits an den guten (damals sehr guten) Spezialeffekten, vor allem aber an den sympathischen Figuren.

Für diejenigen, die in jener Zeit aufgewachsen sind, bietet das Gezeigte zudem ein nostalgisches Flair. Man kann sich vorstellen, wie es der Familie Freeman Ende der Siebziger ergeht, insbesondere David, der mit seinem jüngeren Bruder Jeff zu kämpfen hat. Als er ihn am Abend des 4. Juli von einem Nachbarhaus, das jenseits des kurzen Waldstücks liegt, abholen soll, wird er von dem "Plagegeist" erschreckt und fällt einen kleinen Abhang hinunter. Als er wieder aufwacht, sind acht Jahre vergangen, in denen er keinen Tag gealtert ist. Dass es hierfür eine außergewöhnliche Erklärung geben muss, bescheinigen David auch die Ärzte, die ihn an die NASA vermitteln. Dort hat Dr. Faraday vor ein paar Tagen ein Raumschiff entdeckt und scheitert seither daran, es zu untersuchen.
In einer Welt, in der er sich nicht auskennt, in der seine Freunde und Familie älter geworden sind, ohne dass er es miterlebt hätte, ist David ganz allein. Dass ihn etwas mit dem silbernen Raumschiff verbindet, deutet sich bereits dadurch an, dass er immer wieder glaubt, von einer Stimme gerufen zu werden, die ihn als Navigator bezeichnet. Wie die beiden zusammenhängen, sollten interessierte Zuschauer selbst herausfinden.

Sowohl die Geschichte, als auch die Stimmung des kurzen Films erinnern stark an eine Mischung aus E.T. - Der Außerirdische [1982] und Unheimliche Begegnung der dritten Art [1977], interessanterweise zwei Klassiker des Genres von Steven Spielberg. Von der positiven Aussage abgesehen verbindet sie mit Der Flug des Navigators zwar nichts, doch versucht Filmemacher Randal Kleiser, sich die Begeisterung und das Staunen angesichts des Unbekannten zu bewahren und David dafür offen zu halten. Das gelingt ihm gerade in der zweiten, verspielten Filmhälfte erstaunlich gut, die im Deutschen enorm von Arne Elsholtz als Stimme des Bordcomputers Max profitiert. Ihm gelingt es ausgesprochen gut, Joey Cramers natürlichem Spiel ein Gegengewicht zu verleihen. Auch wenn man den Film nach langer Zeit wieder sieht, zählen ihre gemeinsamen Momente zu den stärksten.

So gelungen das auch ist, die Story selbst gibt den Figuren nicht das zu tun, was sie verdienen würden. Sei es der kurze Auftritt von Sarah Jessica Parker, deren Rolle man im letzten Drittel wichtiger geschätzt hätte, oder aber der Verlauf von Davids Entdeckungstour insgesamt, die ohne Überraschungen daherkommt. Das Zielpublikum wird es auch heute vermutlich nicht stören und erwachsene Zuseher, die den Film nach vielen Jahren wiederentdecken, werden von dessen Charme eher in die Zeit entführt, in der sie ihn zum ersten Mal sahen, doch es wundert nicht, dass das Studio schon vor Jahren ein Remake in Auftrag gab. Auch wenn Der Flug des Navigators als amüsanter Kinderfilm überzeugt, in der Ausgangslage schlummert mehr Potential, als Regisseur Randal Kleiser hier zutage fördert.


Fazit:
Es ist bedauerlich, dass von Alan Silvestris tollem Thema im Film kaum etwas zu hören ist. Er spendiert dem Science Fiction-Abenteuer, das sich bewusst – und das ist kein Vorwurf – an ein junges Publikum richtet, eine Hymne, die hervorragend das Staunen widerspiegelt, das in Davids Augen leuchtet, wenn er das Innere des Raumschiffs erblickt. Der Flug des Navigators ist handwerklich kompetent und recht spannend umgesetzt und bietet auch ein stimmiges Bild dieses normalen 12jährigen, der etwas Außergewöhnliches erlebt.
Dass es dem Film auch nach so vielen Jahren gelingt, diese Atmosphäre hervorzurufen, ist ein Zeichen dafür, was die Filmemacher alles richtig gemacht haben. Mag sein, dass die Geschichte mehr hätte sein können als hier erzählt wird, doch das, was sie ist, ist mehr, als viele andere Geschichtenerzähler zustande bringen.


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