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Deep Blue Sea [1999]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 16. August 2016
Genre: Thriller / Horror

Originaltitel: Deep Blue Sea
Laufzeit: 105 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1999
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Renny Harlin
Musik: Trevor Rabin
Darsteller: Saffron Burrows, Thomas Jane, Jacqueline McKenzie, Michael Rapaport, Stellan Skarsgård, Samuel L. Jackson, LL Cool J, Aida Turturro


Kurzinhalt:

Als die Investoren des Pharmaunternehmens nach einem Beinahe-Zwischenfall nervös werden, gerät die Wissenschaftlerin Dr. Susan McAlester (Saffron Burrows) unter Druck. Sie forscht an einem Heilmittel gegen Alzheimer, dessen Schlüssel sie in einem schwer zugänglichen Protein vermutet. So lädt sie den Investor Russell Franklin (Samuel L. Jackson) auf die Unterwasserforschungsstation Aquatica ein, wo Susan zusammen mit Jim Whitlock (Stellan Skarsgård) an Haien experimentiert, für deren Aufsicht Carter Blake (Thomas Jane) verantwortlich ist. Als die undenkbare Katastrophe geschieht, wird das Forschungsteam unter Wasser eingeschlossen – mit den Haien ...


Kritik:
Renny Harlins
Deep Blue Sea mag nicht nur der letzte ansehnliche Film gewesen sein, den der Regisseur von Stirb Langsam 2 [1990] oder Cliffhanger - Nur die Starken überleben [1993] zustande gebracht hat, er ist trotz all seiner Defizite, trotz der absehbaren Geschichte, den abziehbildähnlichen Figuren und den inzwischen nur offensichtlicher gewordenen Tricks, ein durchweg gelungener Sommerfilm, der sich dank seiner gelungenen Besetzung nicht zu ernst nimmt.

Die Geschichte klingt wie eine Mischung aus Flammendes Inferno [1974], Der weiße Hai [1975] und Jurassic Park [1993]: Dr. Susan McAlester forscht nach einem Heilmittel gegen Alzheimer. Zusammen mit ihrem Kollegen Jim Whitlock vermutet sie die Lösung bei einem der ältesten Tiere auf dem Planeten: Dem Hai. Dass sich diese hervorragend für allerlei Horrorszenarien eignen, hat nicht zuletzt Steven Spielberg mit seinem vorher genannten, unerreichten Meisterwerk bewiesen. Man kann es Harlin also an sich kaum zum Vorwurf machen, dass er ebenso auf aus dem Wasser ragende Rückflossen setzt.

Im Falle von Deep Blue Sea sind es gleich drei Haie, an denen die Wissenschaftler in einer abgelegenen Station auf dem Meer experimentiert haben, um ein Protein zu gewinnen, das in ihren Gehirnen gebildet wird und mit dem sie hoffen, inaktive menschliche Gehirnzellen reaktivieren zu können. Wie so oft, hat auch Susan hehre Absichten, die auf den Prüfstand kommen, als ein Unwetter die Station in Mitleidenschaft zieht und die Haie aus ihren Unterwassergehegen ausbrechen. Das sollte es auch zum Inhalt von Renny Harlins Horrorszenario gewesen sein, was nicht bedeutet, dass die Drehbuchautoren viel mehr zu bieten haben.

Die Storyidee von Menschen, die ums Überleben kämpfen, nachdem sie die Natur herausgefordert haben, ist alles andere als neu. Es ist vielmehr, wie der Filmemacher sie darbringt. Nach einem ominösen, stimmungsvollen Teaser, der bewusst mit den Erwartungen des Publikums spielt, stellt Deep Blue Sea die Person vor, die für all das verantwortlich ist. Bei einer Besprechung vor dem Investor Russell Franklin erläutert Susan, was sie bislang erreicht hat und wie kurz sie vor einem Durchbruch steht. Er begleitet sie auf die Unterwasser-Forschungsstation Aquatica und befindet sich gewissermaßen an derselben Stelle wie das Publikum. Es werden ihm die Zusammenhänge der wissenschaftlichen Arbeit ebenso erklärt, wie durch seine Augen der Aufbau von Aquatica, die man im Verlauf der kurzen eineinhalb Stunden noch wird kennenlernen.

Neben den Wissenschaftlern wartet Deep Blue Sea mit dem Draufgänger Carter auf und dem heimlichen Star des Films: LL Cool J in der Rolle des Stoßgebete gen Himmel schickenden Kochs Preacher. Er erweckt die Figur mit einem so offensichtlichen Augenzwinkern zum Leben, auch dank der trockenen Sprüche, die mehrere Klischees auf einmal aufs Korn nehmen, dass es eine Freude ist, ihm zuzusehen. Auch wenn die meisten Schockeffekte absehbar sein mögen, ein paar kommen vollkommen unerwartet, darunter auch das Ende, das bei einer Figur mutiger ist, als man erwarten würde.
Obwohl man über sie nicht viel erfährt, sie alle sind entweder sympathisch, oder nur naiv genug, dass man mit ihnen mitfiebert. Das macht ihre Horrornacht auch heute noch unterhaltsam und überaus packend. Mehr sollte man auch nicht erwarten.


Fazit:
Die Dialoge könnten allesamt aus einem Standardwerk für Drehbuchautoren stammen, bis hin zur motivierenden Rede von Russell Franklin – und doch besitzen die Macher genügend Gespür, mit den Erwartungen zu spielen und sie im letzten Moment umzudrehen. Darum sind viele Szenen in Deep Blue Sea auch dann noch spannend, wenn man im Grunde weiß, wie sie ausgehen. Zwei Elemente, die nicht gut gealtert sind, ist einerseits die Musik von Trevor Rabin, der zwar einige tolle Themen findet, aber oft nur zu laut eingespielte, disharmonische Synthesizerklänge zum Besten gibt. Zum anderen sind das die Spezialeffekte, die allzu oft auf digitale Tricks setzen, die damals schon leicht zu erkennen waren, heute aber nur noch offensichtlicher wirken. Sieht man darüber hinweg, wartet Renny Harlin mit einer erstaunlich leichtfüßigen Erzählung und einem enormen Unterhaltungswert auf und bietet gelungene und stellenweise amüsante Hai-Abendunterhaltung für Erwachsene.    


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