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Das Schicksal ist ein mieser Verräter [2014]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 10. August 2015
Genre: Liebesfilm / Drama

Originaltitel: The Fault in Our Stars
Laufzeit: 133 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Josh Boone
Musik: Mike Mogis, Nate Walcott
Darsteller: Shailene Woodley, Ansel Elgort, Nat Wolff, Laura Dern, Sam Trammell, Willem Dafoe, Lotte Verbeek, Ana Dela Cruz, Randy Kovitz


Kurzinhalt:

Als Gus (Ansel Elgort) auf Hazel (Shailene Woodley) trifft, hat es ihn voll erwischt. Doch die junge Frau will, dass sie nur Freunde sind. Nicht, weil sie ihn nicht ebenso anziehend findet, sondern weil sie weiß, dass ihre Zeit knapp bemessen ist. Hazel hat Krebs und auch wenn sie schon länger lebt als ihre Ärzte es ihr prophezeiten, Hazel weiß, dass ihr Glück nicht ewig dauern wird. Auch Gus hatte Krebs – ihr erstes Treffen war bei einer Selbsthilfegruppe. Doch je mehr Zeit die beiden verbringen, umso vertrauter wird ihre Freundschaft. Nur wohin kann ihre Liebe führen?


Kritik:
Es gibt nichts Schlimmeres als diesen Anruf in der Nacht. Denn es gibt nur eine Art Nachricht, die nicht bis zum Morgen warten kann. Wenn diese Nachricht die junge Hazel in Das Schicksal ist ein mieser Verräter erreicht, sie ihr den papierdünnen Boden unter den Füßen entreißt, dann trifft der Verlust, den sie erleidet, mitten ins Herz. Filmemacher Josh Boone gelingt das, obwohl seine Geschichte viele bekannte Stationen besucht – und obwohl sie an sich doch eine ganz andere Aussage hat.

Sie handelt von Hazel Grace Lancaster, die beinahe noch ein Kind ist, als sie die Diagnose Krebs erhält. Nach vielen Höhen, noch mehr Tiefen und mit der Sauerstoffflasche als ständigem Begleiter, zwingen ihre Eltern sie geradezu zu einem Besuch der Selbsthilfegruppe. Dort trifft sie auf Gus. Was folgt könnte die übliche "Mädchen-trifft-Junge-und-verliebt-sich"-Geschichte sein, wäre nicht auch Gus ein ehemaliger Krebspatient. Dass sie den charmanten Jungen mit der Beinprothese auf Grund der Erkrankung nicht an sich heranlassen möchte, soll eher seinem Schutz dienen, als ihrem eigenen. Schließlich wird die Krankheit sie eines Tages einholen und soll sie außer ihren Eltern noch Gus das Herz brechen mit ihrem Tod?

Wie in vielen Stories, in denen Teenager mit diesen Bürden konfrontiert werden, unterhalten sich auch in Das Schicksal ist ein mieser Verräter die Jugendlichen öfter so, wie man es von Mittzwanzigern erwarten würde. Doch die Dialoge sind feiner, nuancierter und klingen dank der Interessen von Hazel und Gus nicht abgehoben oder hochgestochen. Würde man sich, wenn man nur noch Monate oder weniger zu leben hat, mit den Banalitäten des Alltags auseinandersetzen? Oder würde man beginnen vorauszuschauen, zu planen, was sein wird, wenn man selbst nicht mehr ist?

Hazels Befürchtungen und Hoffnungen finden einen Spiegel in dem Buch "Ein herrschaftliches Leiden", das sie schon unzählige Male verschlungen hat, und dessen Auflösung sie nicht akzeptieren will. Es handelt von einem krebskranken Mädchen, geschrieben von Peter van Houten, der seinen Kummer im Alkohol ertränkt. Bei einem Besuch bei van Houten will sie von ihm wissen, wie die Geschichte für die Angehörigen des Mädchens weitergeht, ob es ihnen gut geht und sie wieder glücklich werden. Filmemacher Boone lässt es den Zuschauern offen, darin Hazels Suche nach Antworten für ihre eigene Familie wiederzufinden.

Aber auch wenn sie sich um ihre Familie sorgt, sie sie gesund und wohlauf wissen möchte, was der Verlust ihrer Tochter für sie bedeuten wird, kann sie nur erahnen. Bis Gus in ihr Leben tritt.
Das Schicksal ist ein mieser Verräter weiß mit wohl ausgesuchten Zeitlupen, einem Soundtrack voll aktueller, melancholischer Popsongs und dem erschreckend ausgezehrten, blassen Erscheinen von Figuren, die man scheinbar in der Blüte ihres Lebens kennengelernt hat, genau die richtigen Knöpfe zu drücken, um die Reaktionen beim Publikum hervorzurufen, die diese Geschichten hervorrufen müssen, wenn uns etwas an den Figuren liegt. Aber dass er es tut, kann und darf man ihm nicht zum Vorwurf machen.


Fazit:
Mit Hazel und Gus stellt Das Schicksal ist ein mieser Verräter zwei Teenager vor, die so viel verbindet und doch so unterschiedlich sind. Die einander Hoffnung geben, ohne es bewusst zu tun und die sympathisch und charismatisch sind. Ihre Geschichte ist nicht wirklich neu und zeigt zu wenig, wie Familien damit umgehen (müssen), wenn die Menschen, die sie lieben, auch körperlich vom Krebs niedergerungen werden. Sie ist traurig und berührend, insbesondere dank der herausragenden Shailene Woodley als Hazel, Ansel Elgort als Gus und Laura Dern als Hazels Mutter. Vor allem jedoch zeigt sie, dass auch wenn alles unausweichlich scheint, das Bezauberndste und Wichtigste auf einen noch bis zum Ende des Wegs warten kann und dass es sich lohnt, dafür zu kämpfen, es zu erleben.
Auch das ist nicht neu, aber immer noch wahr und ermutigend. Gerade deshalb geht Josh Boones Liebesdrama nahe und gerade deshalb ist es sehenswert.    


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