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Contraband [2012]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 09. Juni 2014
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: Contraband
Laufzeit: 109 min.
Produktionsland: USA / Großbritannien / Frankreich
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Baltasar Kormákur
Musik: Clinton Shorter
Darsteller: Mark Wahlberg, Kate Beckinsale, Ben Foster, Giovanni Ribisi, Lukas Haas, Caleb Landry Jones, Diego Luna, J.K. Simmons, David O'Hara, William Lucking, Ólafur Darri Ólafsson


Kurzinhalt:
Seit Jahren schon lebt Chris Farraday (Mark Wahlberg) ein anständiges Leben. Früher arbeitete er als Schmuggler, heute leitet er eine Sicherheitsfirma. Als sein Schwager Andy (Caleb Landry Jones) eine große Menge Drogen, die er auf einem Frachter ins Land schmuggeln sollte, verliert, setzt ihn sein Auftraggeber Tim Briggs (Giovanni Ribisi) unter Druck und kündigt Chris an, dass wenn Andy nicht zahlt, die Schuld auf seine Familie übergeht. Um seine Frau Kate (Kate Beckinsale) und die Kinder zu beschützen, entschließt sich Chris zu einem letzten Job. Zusammen mit Danny (Lukas Haas) will er aus Panama Falschgeld nach New Orleans schmuggeln.
Doch die Reise kostet Zeit, in der Briggs auch Kate Gewalt androht. Chris setzt auf seinen Freund Sebastian (Ben Foster), der Kate beschützen soll, doch je länger Chris in Panama braucht, umso größer die Gefahr für seine Familie. Sind sie dort erst einmal angekommen, läuft nichts so, wie Chris es geplant hatte ...


Kritik:
Stand Baltasar Kormákur für Reykjavik - Rotterdam: Tödliche Lieferung [2008] noch vor der Kamera, präsentiert der Isländer mit Contraband sein Hollywooddebüt als Regisseur. Das Remake entpuppt sich als überraschend schnörkelloser Thriller, der sein größtes Momentum daraus zieht, dass überhaupt gar nichts so verläuft, wie es sich Hauptfigur Chris Farraday gedacht hat. Das ist unverhofft spannend, richtet sich aber eindeutig an ein erwachsenes Publikum.

Ein unbeschriebenes Blatt sucht man unter den Charakteren dabei vergebens. Farraday war ein legendärer Schmuggler, ehe er sich entschied, mit seiner Frau Kate und den Kindern ehrlich zu werden und eine Sicherheitsfirma zu gründen. Sein Freund Sebastian hat ebenfalls mehr auf dem Kerbholz, als es den Anschein hat und Kates Bruder Andy bringt die ganze Familie dadurch in Gefahr, dass er ein fünf Kilogramm Drogen über Bord warf, als der Zoll den Frachter, auf dem er angeheuert hatte, kontrollierte. Sie waren für Tim Briggs bestimmt, der Chris unverblümt ins Gesicht sagt, dass wenn Andy nicht zahlen kann, er aus dem Weg geräumt wird und die Schulden auf die übrige Familie übergehen.

Dass auch Briggs nicht der größte Fisch ist, der hinter der Drogenlieferung steht, vermutet man schon zu Beginn, auch wenn die Auflösung, wer alles verwickelt ist, durchaus unerwartet kommt. Notgedrungen übernimmt Chris einen letzten Job: Er will Falschgeld aus Panama ins Land schmuggeln und mit dem Erlös Andys Schulden abbezahlen. So einfach die Idee ist, so kompliziert die Umsetzung. Denn sein Kontaktmann in Panama hat nur zweitklassige Ware vorrätig als Chris erscheint. Die Blüten in gewohnter Qualität hat der zum Kopf der Bande aufgestiegene Gonzalo. Dass Chris und seinen Mitstreitern nur wenige Stunden bleiben, um auf den Frachter zurückzukehren, mit dem sie ins Land gekommen sind, macht all das unnötig schwieriger. Ebenso wie die Tatsache, dass Andy von Briggs per Telefon unter Druck gesetzt wird und mit dem Geld, das eigentlich für die Falschgeldlieferung bestimmt war, Drogen ankauft.

Contraband beginnt als langsam brodelnder Thriller mit den Einschüchterungen von Briggs gegenüber Chris und auch Kate, während Chris bereits unterwegs ist. Kommt der Frachter in Panama an, läuft die Situation zusehends aus dem Ruder und erreicht noch vor dem Finale Momente, dass man sich fragt, wie sie all das wohl noch hinbekommen wollen. Vieles davon ist übertrieben und konstruiert, doch das ändert nichts an der Wirkung. Dazu trägt auch der toll zusammengestellte Cast bei, allen voran Ben Foster und Giovanni Ribisi, die beide vor Brutalität zu glühen scheinen. Gegen sie scheint Mark Wahlberg zwar weniger markant, doch macht er das durch seine Entschlossenheit wieder wett. Kate Beckinsale ringt ihrer Rolle mehr Facetten ab, als man der Figur zunächst zutrauen würde und weshalb J.K. Simmons für die Rolle des Kapitäns die Idealbesetzung ist, sieht man im letzten Drittel des Thrillers.

Wie die verschiedenen Parteien im Hintergrund zusammenhängen, ist verschachtelt, aber nicht erzwungen. Im Gegenteil, wer von Anfang an aufmerksam bleibt, dürfte Vieles davon schon erkennen können. Fans von wenig zimperlichen, aber auch nicht übertrieben gewalttätigen Thrillern, werden bei dem erfreulich kurzweiligen Contraband bestens unterhalten.


Fazit:
Mit seinem ersten Hollywoodfilm zeigt Regisseur Baltasar Kormákur, dass ein guter Thriller auch ohne wirkliche Helden auskommt. Selbst Chris Farraday ist es als Schmuggler wider Willen nicht, auch wenn man mit ihm sympathisiert. Dass außerdem sein einfacher, sicherer Plan, derart aus der Bahn geworfen wird, er ständig darum bemüht ist, das Chaos, das ihm andere einbrocken, in Ordnung zu bringen, macht Contraband packender, als man ihm zutrauen würde.
Die namhaften Beteiligten verleihen den Rollen eine ungeahnte Tiefe und legt der Frachter schneller als geplant in Panama an, entwickelt der Film ein ordentliches Tempo, bei dem der Filmemacher stets nachlegt. Zwar ist die Story ernst und düster umgesetzt, als Erwachsenenunterhaltung allerdings eignet er sich damit bestens.


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