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Chucky und seine Braut [1998]

Wertung: 2 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 29. Juni 2002
Genre: Horror

Originaltitel: Bride of Chucky
Laufzeit: 86 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1998
FSK-Freigabe: nicht unter 18 Jahren

Regie: Ronny Yu
Musik: Graeme Revell
Darsteller: Jennifer Tilly, Brad Dourif (im Original Stimme von Chucky), John Ritter


Kurzinhalt:
Die Mörderpuppe Chucky (im Original gesprochen von Brad Dourif), in der immer noch der Geist von Charles Lee Ray steckt, wird von seiner ehemaligen Freundin Tiffany (Jennifer Tilly) aus einem Polizeilager gerettet, neu zusammen genäht und wieder zum Leben erweckt.
Nachdem Tiffany ihn nach enttäuschter Liebe vernachlässigt, gelingt es der kleinen Puppe, den Geist der Frau ebenfalls in eine Spielzeugfigur zu übertragen. Von da an haben die beiden nur noch eines im Sinn: ein Amulett zurückzuholen, das mit dem Körper von Charles Ray beerdigt wurde und mit dessen Hilfe sich die beiden wieder in "ausgeliehene" menschliche Körper zurück transferieren können. Dass dabei zahlreiche Menschenleben auf der Strecke bleiben, ist klar.


Kritik:
Es ist schon etliche Jahre her, dass ich Chucky I [1988] gesehen habe, und bis auf die guten Trickeffekte ist mir nicht viel in Erinnerung geblieben. Chucky II habe ich nie vollständig gesehen, Teil III überhaupt nicht und diese dritte Fortsetzung habe ich mir nur angetan, weil sie zum einen im Free-TV kam und relativ gute Kritiken bekam, und zum anderen, weil zahlreiche Fans jubelten, wie gut dieser Teil sei.

Die Killer in solchen Splatter-Horror-Filmen haben meist eine unangenehme Angewohnheit, sie sterben nicht. Ebenso ist es mit den zahlreichen Fortsetzungen dieser Filme.
Nicht nur, dass Chucky und seine Braut mit wahnwitzigen Storywendungen zum Schluss des Films daherkommt und die Spannung meist auf der Strecke bleibt, Teil V ist für 2003 bereits angekündigt. Der soll dann an das Ende dieses Teils nahtlos anschließen – ob das gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden.

Ursprünglich hatte der Film eine FSK-Freigabe von "ab 18 Jahren", doch im deutschen Fernsehen darf dies laut den Intendanten der Sendeanstalten ja zu keiner Zeit gesendet werden, daher musste ich mich mit der FSK-16-Fassung zufrieden geben. Die Kürzungen waren sicherlich für eine TV-Ausstrahlung berechtigt, beschnitten den Film jedoch um einen der wenigen Pluspunkte, die er sicherlich gehabt hätte. Die Gewalt wird in der ungekürzten Fassung offen zelebriert und inszeniert, dabei oftmals ebenso überflüssig wie vorhersehbar. Gaststars wie John Ritter werden in wenigen Szenen und überflüssigen Ablebesequenzen verheizt, insgesamt gesehen fungieren die menschlichen Darsteller sowieso nur als Stichwortgeber für die bestialischen Puppen.

Die sind jedoch wirklich gut in Szene gesetzt und die Puppeneffekte ansich sind kurzum hervorragend. Sie bewegen sich wie Puppen, besitzen dennoch ein Eigenleben. Nur die Interaktion mit den Menschen sucht man weitgehend vergebens. Untereinander geben sich die Puppen Werkzeuge in die Hand, putzen, kochen ... als wären sie normale Darsteller. In technischer Hinsicht ist der Film also durchaus gelungen, zumindest was die Animationen angeht. Kamera und Schnitt vermögen jedoch in keiner der vorhersehbaren Szenen Spannung oder Atmosphäre aufkommen zu lassen.
Hierzu trägt auch die viel zu aufdringliche Musik bei. Da können noch so viele Rock- und Heavy-Metal-Legenden Songs geliefert haben, in einer eigentlich recht spannenden Szene Schlagzeug und E-Gitarre zu hören, vermittelt leider keinerlei Atmosphäre.


Fazit:
Was am Ende übrig bleibt ist ein unterdurchschnittlicher Horror-Film, der bis auf ein paar Splatterszenen (die in der 16er-Fassung allesamt herausgenommen wurden) nichts zu bieten hat. Die Puppeneffekte sind wirklich sehr gut und auch die Jungdarsteller wären nicht untalentiert, hätte ihnen der Autor etwas zu tun gegeben.
Die angepriesene Ironie sucht man weitgehend vergebens und wären die beiden diabolischen Puppenfiguren nicht überzeugend und interessant, wäre dieses Machwerk schlichtweg unerträglich.
Ein paar Szenen sind ganz nett, nach dem Anfang war auch Potential erkennbar, insgesamt gesehen ist diese Fortsetzung jedoch ebenso überflüssig wie die ersten beiden.
Für Fans der Reihe ist der Film sicher unterhaltsam, alle anderen sollten sich den unterhaltsamen ersten Teil ungekürzt aus der Videothek ausleihen und sich wirklich gruseln lassen.


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