skip to content

Cars 3: Evolution [2017]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 27. Juni 2017
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Cars 3
Laufzeit: 109 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Brian Fee
Musik: Randy Newman
Stimmen: Owen Wilson (Manou Lubowski), Cristela Alonzo, Chris Cooper, Nathan Fillion, Larry the Cable Guy, Armie Hammer (Benedikt Weber), Ray Magliozzi, Tony Shalhoub (Rick Kavanian), Bonnie Hunt (Bettina Zimmermann), Lea DeLaria, Kerry Washington


Kurzinhalt:

Seit 10 Jahren ist Lightning McQueen (Owen Wilson / Manou Lubowski) ein Star am Rennhimmel. Doch er muss erkennen, dass die Zeit nicht stehen geblieben ist. Mit Jackson Storm (Armie Hammer / Benedikt Weber) gibt es einen aufstrebenden Fahrer, der McQueen mit Leichtigkeit schlagen kann und wenig später folgen ihm weitere Autos einer neuen Generation. Nach einem verheerenden Unfall will Lightning sich und der Welt beweisen, dass er nicht zum alten Eisen gehört. Zusammen mit der Trainerin Cruz Ramirez (Cristela Alonzo), die ihm sein neuer Sponsor Sterling (Nathan Fillion) zur Seite stellt, bereitet er sich auf die Saison vor. Die Suche nach der richtigen Technik, mit der er Storm schlagen kann, führt sie zu dem legendären Trainer Smokey (Chris Cooper), der einst Doc Hudson – Lightnings früheren Mentor – unterrichtet hat …


Kritik:
Nach dem enttäuschenden Cars 2 [2011], dem allenfalls das junge Zielpublikum des omnipräsenten Merchandising etwas abgewinnen konnte, verpflichtet Pixar für die Fortsetzung einen neuen Regisseur. Brian Fee, der mit Cars 3: Evolution sein Regiedebüt feiert, ist dabei die vielleicht beste Wahl, die das Animationsstudio treffen konnte. Er konzentriert die Geschichte wieder auf Lightning McQueen und den Autorennen, statt auf eine Agentenstory um den Abschlepptruck Mater. Mehr noch: Er erzählt einen Film, der wieder Aussagen für alle Altersgruppen trifft.

Dabei hört es sich im ersten Moment aus Sicht erwachsener Zuseher an, als würde Cars 3 dasselbe Klischee um gealterte Helden aufgreifen, die es sowohl sich als auch anderen noch einmal beweisen wollen, wie viele andere Filme. Aber während seit einiger Zeit insbesondere die Actionhelden der 1980er- und 90er-Jahre in Storys auftreten, in denen sie selbst sagen, dass sie zu alt für so etwas sind, will Lightning McQueen das selbst nicht einsehen. Vor 10 Jahren noch der aufstrebende Neuling gewesen, muss er mit ansehen, wie neuere, moderne Autos die Rennpisten für sich erobern und seine geschätzten Rivalen verdrängen. Er selbst rangiert nur noch auf den hinteren Plätzen und erleidet auf Grund seines eigenen Ehrgeizes einen schweren Unfall.
Für die folgende Saison stellt sein neuer Sponsor eine Bedingung: Wenn er das erste Rennen gewinnt, darf er selbst entscheiden, wie lange er Rennen fährt. Verliert er jedoch, tritt er zurück und steht für die Vermarktung der Marke "Lightning McQueen" zur Verfügung.

Die Aussagen, die Cars 3 dazu trifft, dass man selbst erkennen sollte, wann der geeignete Moment ist, eine Karriere auf ihrem Höhepunkt zu beenden, sind nicht neu. Dennoch treffen sie kaum irgendwo so zu wie im Sportbereich und der Rennsport ist hier keine Ausnahme. Lightning will es noch einmal wissen und versucht sich mit den modernen Trainingsmethoden, die sein neuer Erzrivale Jackson Storm benutzt. Dafür steht ihm die Trainerin Cruz Ramirez zur Seite, die sich als heimlicher Star in Brian Fees Animationskomödie entpuppt. Bekannte Figuren wie Mater, Dusty, Luigi oder Sally sind zwar wieder mit dabei, spielen aber nur eine untergeordnete Rolle. Dies ist Lightnings Geschichte.

Wie zuvor ist sie in teils atemberaubenden Bildern präsentiert. Die Automobile behalten sich zwar das knuffige Aussehen durch die in der Windschutzscheibe eingebrachten Augen, aber hinsichtlich der Landschaft oder insbesondere der Rennszenen gibt es viele Momente, in denen man das Gefühl bekommt, eine Fotografie zu sehen an Stelle eines eines computergenerierten Bildes. Der Realismus ist schlicht beeindruckend. Aber statt sich darauf auszuruhen, gibt sich Cars 3 sichtlich Mühe, eine familiengerechte Story zu erzählen. Zentraler Bestandteil ist dabei der im ersten Teil von Paul Newman gesprochene Mentor von Lightning McQueen, Doc Hudson. Seine Szenen, die nicht ausschließlich aus Rückblenden bestehen, bereichern nicht nur die Geschichte, sondern vor allem die Figur von Lightning, die am Ende des Films eine andere ist, als zu Beginn.

So kämpft sich McQueen mit Cruz, die einst selbst Rennfahrerin werden wollte, zurück auf die Piste. Wohin diese Story führt, wird für ältere Zuschauer absehbar sein, auch wenn eine Wendung doch sehr überraschend kommt. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Film das Herz am rechten Fleck hat und trotz der vielen lustigen Momente nie über die Stränge schlägt.
Er verhält sich dabei ähnlich wie der vor den Film gesetzte Kurzfilm Lou [2017], der keineswegs einer der besten oder berührendsten ist, die Pixar je hervorgebracht hat, der aber doch eine wichtige Aussage trifft, die berührt, obwohl man die Auflösung kommen sieht. Vor allem versöhnt der Film nach Cars 2 insbesondere das erwachsene Publikum, das hier ebenso wie die jungen Zuseher auch wieder Anknüpfungspunkte findet.


Fazit:
Es ist eine gute Entscheidung, dass sich Regisseur Brian Fee auf die Wurzeln von Cars [2006] bezieht und statt dem Sidekick Mater wieder Lightning McQueen und die Autorennen in den Mittelpunkt rückt. Sein Werdegang im dritten Abenteuer ist nicht wirklich neu, aber zuzusehen, wie er sich als Rennveteran gegen die Neulinge behaupten muss, um festzustellen, dass er trotz seines Alters (oder gerade auf Grund der Erfahrungen, die damit einhergehen) Talente besitzt, derentwegen er ebenso seinen Platz hat wie die Jugend, ist eine universell gültige und richtige Botschaft. Darüber hinaus emanzipiert der Filmemacher die Cars-Figuren auf eine gelungene Art und Weise. Die Landschaften und Reflexionen sehen schlicht fantastisch aus und die Musik untermalt auch dank der Songs toll das Geschehen. Mit viel Humor dargebracht und gerade in den erstklassig eingefangenen Rennen durchaus spannend, ist Cars 3: Evolution damit ein Filmabenteuer für die ganze Familie.
Sicher nicht das beste, das Pixar je hervorgebracht hat, aber das schmälert nicht den Unterhaltungswert.
 


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Diese Webseite benutzt Cookies, um das bestmögliche Browsing-Erlebnis sicherzustellen. Mehr erfahren.