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Bärenbrüder [2003]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 09. Januar 2015
Genre: Animation / Komödie / Fantasy

Originaltitel: Brother Bear
Laufzeit: 85 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2003
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Aaron Blaise, Robert Walker
Musik: Mark Mancina, Phil Collins (Songs)
Stimmen: Joaquin Phoenix (Daniel Brühl), Jeremy Suarez (Johannes Bachmann), Jason Raize (Moritz Bleibtreu), Rick Moranis (Stefan Gossler), Dave Thomas (Thomas Danneberg), D.B. Sweeney (Gedeon Burkhard), Joan Copeland (Barbara Adolph), Michael Clarke Duncan (Ben Hecker), Harold Gould


Kurzinhalt:
Es ist eine Geschichte, die Kindern erzählt wird. Sie handelt davon, wie der junge Inuit Kenai (Joaquin Phoenix / Daniel Brühl) zum Mann wurde, indem er ein Bär wurde. In seinem Stamm aufgewachsen zusammen mit seinen Brüdern Denahi (Jason Raize / Moritz Bleibtreu) und Sitka (D.B. Sweeney / Gedeon Burkhard), fiebert er dem Augenblick entgegen, an dem er sein Totem überreicht bekommt, denn nur durch sein Totem kann er ein Mann werden. Doch als ihm der Bär der Liebe zugeteilt wird, ist Kenai bitter enttäuscht.
Als wäre das nicht schlimm genug, stiehlt ein Bär den Korb voll Fische, den Kenai gerade gesammelt hat. Wütend macht sich der Inuit auf und kesselt das Tier ein. Doch dann wendet sich der Bär gegen Kenai und nur dank dem selbstlosen Opfer von Sitka können Denahi und Kenai entkommen. So macht sich Kenai auf, um Rache zu nehmen – doch nachdem ihm das gelingt, wird er von den großen Geistern in einen Bären verwandelt ...


Kritik:
Auch wenn Bärenbrüder seine Geschichte kindgerecht erzählt, die Filmemacher Aaron Blaise und Robert Walker richten an die Erwachsenen im Publikum eine Aussage, von der man sich zehn Jahre später vielleicht mehr angesprochen fühlt, als damals. Dass sich die musikalische Begleitung ebenso zum Hören ohne den Film eignet, ist einmal mehr Phil Collins zu verdanken. Seine Songs tragen eine Story, die nie ganz ihr Potential ausschöpft, aber trotzdem gelungen ist.

Dabei möchte man dem Studio im Grunde danken, dass der Film mit der Blu-ray-Veröffentlichung zum ersten Mal in Deutschland im richtigen Bildformat erhältlich ist. Nur weswegen man es dann nicht gleich richtig "richtig" gemacht hat, verstehe wer will. Um die Aussage der Geschichte zu unterstützen, ändert sich nach etwa 24 Minuten das Bildformat des Films – von 1,66:1 auf 2,35:1. Doch statt den ersten Teil in der Höhe bildschirmfüllend wiederzugeben, hat man sich entschieden, den gesamten Film in 2,35:1 zu präsentieren und den Anfang entsprechend mit schwarzen Rändern rechts und links zu versehen. Wie reibungslos ein Film mit unterschiedlichen Formaten funktionieren kann, hat The Dark Knight [2008] gezeigt und es ist bedauerlich, dass man sich hier dagegen entschieden hat.

Der Geschichte selbst tut dies keinen Abbruch, in deren Zentrum der Inuit Kenai steht und die zum Ende der letzten Eiszeit erzählt wird. Der jüngste der drei Brüder möchte endlich sein hölzernes Totem erhalten, um ein Mann zu sein, doch als er einen Bären als Zeichen der Liebe bekommt, weiß er nichts damit anzufangen. Kenai glaubt, nur durch ein Zeichen der Stärke und des Mutes könne man zum Mann werden. Nachdem sein Bruder Sitka sich opfert, um Kenai und Denahi vor einem Bärenangriff zu bewahren, macht Kenai Jagd auf den Bären. Doch dann wird er selbst von den Geistern in einen Bären verwandelt.

Bis zu diesem Moment ist Bärenbrüder unerwartet ernst erzählt. In seiner neuen Gestalt trifft Kenai auf den jungen Bär Koda, der von seiner Mutter getrennt wurde und hofft, sie beim Lachsfischen wiederzufinden. Kenai willigt ein, das redselige Junges zum Lachsfischen zu begleiten, da dort der große Berg ist, an dem die Lichter des Himmels die Erde berühren. Sie sind das Tor zu den Geistern und nur dort kann Kenai in einen Menschen zurückverwandelt werden.
Dass der kleine Bär Kenai auf der Reise dorthin ans Herz wächst, wird niemanden überraschen. Und ältere Zuschauer werden auch die Verbindung zwischen beiden Bären schon früh hergestellt haben. Auf ihrer Reise zum Berg müssen sie sich dabei sowohl mit Denahi auseinandersetzen, der glaubt, auch seinen zweiten Bruder an einen Bären verloren zu haben und Rache schwört, aber auch mit den Elchbrüdern Benny und Björn. Letztere sollen für noch mehr lustige Einlagen sorgen, im Deutschen zusätzlich durch den imitierten nordischen Akzent. Dem Zielpublikum wird es auch gefallen, nur machen sie die Geschichte stellenweise unnötig albern.

Kenner vergangener Disney-Zeichentrickabenteuer werden erfreut feststellen, dass die Zeichnungen hier bedeutend wärmer und einladender aussehen als beispielsweise bei Tarzan [1999]. Die Hintergründe sind detailliert und plastisch und die Figuren, insbesondere die tierischen, wirklich knuffig geraten. Es ist, als wären die Zeichner mit Bärenbrüder wieder zu alten Tugenden zurückgekehrt. Trotz der erfreulich kurzen Laufzeit wirkt die Botschaft des Films nicht gehetzt überbracht. Und die richtet sich an die ganze Familie.


Fazit:
Der hilfsbedürftige Koda zeigt dem hitzköpfigen Kenai, dass es mehr gibt, als nur in den Kampf zu ziehen. Und dass man für die Konsequenzen seiner Taten Verantwortung übernehmen muss. Die Darstellung der Geister in Bärenbrüder bringt die Philosophie der naturverbundenen Völker nahe, dass alles miteinander verbunden und jedes Leben kostbar ist. Das ist lehrreich, ohne aufdringlich zu sein.
Selbst wenn die ganz jungen Zuschauer nicht alle Facetten herauslesen werden, es macht den Reiz beim Wiederansehen aus, Neues im Film zu entdecken. Die charmanten Figuren erinnern dabei an Charaktere aus anderen Geschichten und mancher Humor ist arg albern, ohne wirklich mitzureißen. Doch das gleichen die tollen Songs ebenso aus, sowie die positive Aussage des familienfreundlichen Zeichentrickfilms.    


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