skip to content

Aus Mangel an Beweisen [1990]

Wertung: 6 von 6 Punkten  |   Kritik von Lars Adrian  |   Hinzugefügt am 22. April 1991
Genre: Thriller / Drama

Originaltitel: Presumed Innocent
Laufzeit: 121 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1990
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Alan J. Pakula
Musik: John Williams
Darsteller: Harrison Ford, Brian Dennehy, Raul Julia, Bonnie Bedelia, Joe Grifasi


Kurzinhalt:
Die junge, hübsche und sehr erfolgreiche Staatsanwältin Caroline Polhemus (Greta Scacchi) wird in ihrer Wohnung auf brutalste Weise ermordet. Ihr Kollege, Staatsanwalt Rusty Sabich (Harrison Ford), der mit der attraktiven Caroline auch eine heftige und leidenschaftliche Affäre hatte, obwohl er verheiratet ist und ein Kind hat, wird mit der Aufklärung des Falles beauftragt. Sein Vorgesetzter Raymond Horgan (Brian Dennehy), Bezirksanwalt und Anklagevertreter bei der Staatsanwaltschaft, will eine schnelle Lösung der Angelegenheit, da er mitten im Wahlkampf steht und Interesse daran hat, wiedergewählt zu werden. Um Horgan nicht zu beunruhigen, verschweigt Rusty seine Liaison mit Caroline und beginnt, seine eigenen Spuren, die ihn mit der Staatsanwältin verbinden, zu verwischen. Aber auch seine Ehefrau Barbara (Bonnie Bedelia) weiß von der ehemaligen Beziehung und ist deshalb sehr verletzt. Zusätzlich wird der Staatsanwalt noch mit seinem Ex-Kollegen Tommy Molto (Joe Grifasi) konfrontiert, der gegen Horgan kandidiert und den Mordfall politisch ausnutzen will. Molto gelingt es, Rustys Affäre mit Caroline aufzudecken. Nun steht plötzlich Rusty selbst unter Mordverdacht. Trotzdem will der Staatsanwalt den Fall auf eigene Faust aufklären und macht sich dabei immer noch verdächtiger, zumal es sich um ein Spiel mit der Zeit handelt, denn Horgan will seine Wiederwahl unbedingt durchsetzen, auch wenn Rusty dabei geopfert werden muß.

KurzKritik:
Regisseur Alan J. Pakula schuf mit Aus Mangel an Beweisen ein Meisterwerk im Thriller-Genre, dem es gelingt, trotz komplexer Geschichte und einem eher unsympathischen Protagonisten atemberaubende Spannung rein aus den Dialogen heraus aufzubauen und auf intelligente Weise zu unterhalten.
Der verzwickte Mordfall ruft beim Zuschauer ein Gefühl des Unbehagens hervor. Denn er weiß bis zum Schluß des Filmes nicht, wer der Mörder ist; er ist sich nicht einmal sicher, ob er Rusty Sabich dabei ausschließen kann.
Ungewöhnliche Wendungen und Erinnerungen Rustys, die in Rückblenden dargestellt werden, machen den Film umso interessanter.
Nicht zuletzt kritisiert Pakula auch das amerikanische Gerichtswesen und zeigt auf, wie sehr politische Gesichtspunkte das Handeln der verantwortlichen Personen leiten können.
Lobenswert an dem Film ist auch, daß der Regisseur fast vollständig auf brutale und gewalttätige Szenen verzichtet. Es bleibt bei Fotos und verbalen Andeutungen.
Ein besonderes Kompliment gilt Harrison Ford, der in diesem Film ein wirklich großartiges darstellerisches Können zeigt. Er beweist hier einmal mehr, daß er mehr kann, als in (durchaus nicht schlechter) Mainstream-Unterhaltung den Helden zu spielen.

Fazit:
Aus Mangel an Beweisen ist ein vielschichtiger und außergewöhnlich spannender Thriller, den jeder Filmfreund zumindest einmal gesehen haben sollte. Es wird jedoch ein Zuschauer vorausgesetzt, der sich von dem Gezeigten nicht nur berieseln läßt, sondern aufmerksam mitdenkt.


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Treffpunkt: Kritik verwendet Cookies, um den Internetauftritt bestmöglich an die Besucher anpassen zu können.
Sofern Sie auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.