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Arielle, die Meerjungfrau [1989]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 30. Juni 2014
Genre: Animation / Liebesfilm

Originaltitel: The Little Mermaid
Laufzeit: 83 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1989
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Ron Clements, John Musker
Musik: Alan Menken, Howard Ashman
Stimmen: Jodi Benson (Dorette Hugo / Ute Lemper), Samuel E. Wright (Joachim Kemmer), Pat Carroll (Beate Hasenau), Jason Marin (Tobias Thoma), Christopher Daniel Barnes (Frank Schaff-Langhans), Kenneth Mars (Edgar Ott), Rene Auberjonois (Victor von Halem), Paddi Edwards (Lutz Riedel), Buddy Hackett (Jürgen Kluckert), Will Ryan (Santiago Ziesmer), Ben Wright (Helmut Heyne)


Kurzinhalt:
Es ist eine Regel, die König Triton (Kenneth Mars / Edgar Ott), Herrscher über die sieben Meere, zum Schutz der Meeresmänner und Meeresfrauen aufgestellt hat: Die Oberfläche ist tabu. Die Menschen haben den Meeresbewohnern nur Schaden zugefügt. Doch ausgerechnet seine jüngste Tochter Arielle (Jodi Benson / Dorette Hugo / Ute Lemper) ist von den Zweibeinern fasziniert. So stellt Triton die Krabbe Sebastian (Samuel E. Wright /Joachim Kemmer) dazu ab, auf Arielle achtzugeben. Doch weder er, noch Arielles Freund, der Fisch Fabius (Jason Marin / Tobias Thoma), können sie davon abhalten, immer wieder an die Oberfläche zu schwimmen. Dort beobachtet Arielle, wie ein Unglück auf einem Schiff der Menschen geschieht, rettet dem Prinzen Eric (Christopher Daniel Barnes / Frank Schaff-Langhans) das Leben – und verliebt sich in ihn.
Da ihr Vater sie nicht versteht, wendet sie sich an die als Hexe berüchtigte Ursula (Pat Carroll / Beate Hasenau), die Arielle ein Geschäft anbietet. Sie kann die Königstochter in einen Menschen verwandeln und wenn es ihr gelingt, das Herz des Prinzen innerhalb von drei Tagen für sich zu gewinnen, bleibt sie auch für immer ein Mensch. Sollte er sich nicht verlieben, gehört Arielle für immer Ursula. Als Bezahlung verlangt sie nichts weniger als Arielles Stimme. Verzweifelt vor Sehnsucht, lässt sie sich darauf ein, doch gerade an ihrem Gesang würde Eric Arielle als Retterin wiedererkennen ...


Kritik:
Es sind vermutlich beinahe 20 Jahre vergangen, seit ich Arielle, die Meerjungfrau zuletzt gesehen habe. Wer damals die VHS-Kassette gekauft hatte und darauf aus war, sich die DVD bei Erscheinen zu sichern, wurde von der Neusynchronisation überrumpelt, die Disney hierfür in Auftrag gab. Ob der Grund tatsächlich "kreativer" Art war, wie Mitarbeiter des Konzerns bekanntgaben, oder es sich schlichtweg um eine Streitigkeit um die Vermarktungsrechte handelte, spielte keine Rolle. Auch die Tatsache, dass die 1998 veröffentlichte, neue Synchronfassung inhaltlich dichter am englischen Original ist, ist unerheblich. Ebenso, dass Disney das in der Vergangenheit bei anderen Filmen auch getan hatte. Es war schlichtweg nicht der Film, den ich kannte. Es sollte hartnäckige Fans 15 Jahre kosten, bis Disney ein Einsehen hatte und für die letztes Jahr erschienene Auflage auch die originale Synchronfassung bereitstellte. Die in wundervollen Zeichentrickanimationen festgehaltene Liebesgeschichte nach all der Zeit wieder zu sehen ist, als würde man sie zum ersten Mal erleben. Und sie hat auch nach einem Vierteljahrhundert nichts von ihrer Magie verloren.

Dabei erzählt der Film Hans Christian Andersens Märchen Die kleine Meerjungfrau [1837] nach und bietet Motive, die alle Altersgruppen ansprechen. Sei es die Erwachsenen in Form des Meerkönigs Triton, der lernen muss, dass seine jüngste Tochter Arielle ihren eigenen Willen hat und ihr eigenes Glück suchen muss, oder die Kinder und Jugendlichen, die erkennen können, dass man sich selbst dann auf die Familie verlassen kann, wenn alles verloren scheint.
Arielle ist anders als ihre Schwestern. Sie ist fasziniert von den Dingen der Menschen, die seit langem auf den Meeresgrund geschwemmt werden. Seien es verlassene Schiffswracks, oder die Accessoires der Zweibeiner, die sie als Kostbarkeit erkennt, auch wenn sie sie nicht einzuschätzen vermag. Nachdem Arielle eines nachts den Prinzen Eric vor dem Ertrinken rettet, verliebt sie sich in ihn, auch wenn ihr Vater ihr jeden Kontakt zu den Menschen verboten hat.

Ihr einziger Weg scheint die finstere Ursula, die in den Meeren als Hexe bekannt ist. Sie bietet Arielle an, sie in eine Menschenfrau zu verwandeln. Als Bezahlung verlangt sie nichts weiter als Arielles Stimme – auch wenn sich Eric gerade in diese verliebt hat. Sollte es Arielle nicht gelingen, dass sich Eric innerhalb von drei Tagen nach der Verwandlung in sie verliebt, gehört Arielle für immer Ursula. Dabei ist die Königstochter nur ein Bauernopfer auf dem Weg zu Ursulas eigentlichem Plan.
Was dann geschieht, sollten interessierte Zuschauer für sich herausfinden. Heimliche Stars sind, wie bei vielen Disney-Filmen die Helfer des Helden bzw. der Heldin, hier in Form des Doktorfischs Fabius und der Komponisten-Krabbe Sebastian, der in Erics Schloss auf den Chefkoch des Prinzen, Louis trifft.

Arielle, die Meerjungfrau kehrt mit den Musical-Einlagen, die Teil der Story sind, zu den Wurzeln der Zeichentrickfilme des Studios zurück. Dass sich diese nicht nur durch die unterschiedlichen Stile hervorragend in die Geschichte einfügen, sondern wirkliche Ohrwürmer darstellen, macht sie nur noch zugänglicher. Highlights sind dabei "Ein Mensch zu sein", "Unter dem Meer", "Arme Seelen in Not" und das unvergleichliche "Küss sie doch". Komponist Alan Menken und Texter Howard Ashman waren gleich für zwei Songs für den Oscar nominiert. Im Grund hätten sie nicht nur für einen, sondern für beide gewinnen müssen.
Die farbenfrohen Bilder fügen sich mit den vielen lustigen Momenten hier gekonnt zusammen, so dass die Atmosphäre ansteckend wirkt. Dem hält das Finale mit deutlich düstereren Bildern entgegen und auch wenn es nie zu schlimm wird, dass sich die Jüngsten ängstigen würden, es scheint stilistisch nicht vollends zum Rest zu passen.

Es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass Arielle, die Meerjungfrau die moderne Ära der Disney-Trickfilme eingeläutet hat. Aus heutiger Sicht ist er für ein junges wie älteres Publikum ebenso bezaubernd wie damals. Kaum zu glauben, wie lange man ohne diesen Klassiker in seiner ursprünglichen Synchronfassung auskommen musste. Die Ironie, dass dieses Schicksal ausgerechnet Arielle ereilen musste, die im Film ja selbst ihre Stimme verliert, haben Andere bereits festgehalten.


Fazit:
Das Abenteuer der jungen Arielle ist im Kern immer noch eine Liebesgeschichte über gesellschaftliche Grenzen hinweg. Ihr und Eric beizuwohnen, wenn sie sich näher kommen, lässt einen vergessen, dass man gezeichnete Figuren vor sich sieht. Sie sind vielmehr Charaktere aus Fleisch und Blut, deren Schicksal berührt. In abwechslungsreichen, detailverliebten Bildern eingefangen, faszinieren die Nebenfiguren wie Sebastian oder die finstere Ursula ebenso, wie die Hauptakteure.
Dank der ansteckenden Musik, den vielen herzlichen Momenten und der positiven Aussage, ist Arielle, die Meerjungfrau heute ebenso sehenswert wie damals, als er im Kino lief. Mit Charme erzählt, sorgen manche Situationen auch heute noch für einen Kloß im Hals. Gerade die Story mit Herz macht ihn zu einem modernen Klassiker.


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