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A World Beyond [2015]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 24. Mai 2015
Genre: Science Fiction / Action

Originaltitel: Tomorrowland
Laufzeit: 130 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Brad Bird
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: George Clooney, Hugh Laurie, Britt Robertson, Raffey Cassidy, Tim McGraw, Kathryn Hahn, Keegan-Michael Key, Chris Bauer, Thomas Robinson, Pierce Gagnon, Matthew MacCaull, Judy Greer


Kurzinhalt:

Vor 50 Jahren zeigte Athena (Raffey Cassidy) dem damals sehr jungen Frank Walker (George Clooney) den Weg nach Tomorrowland – ein Ort, an dem alles möglich ist. Doch das Unausweichliche lässt sich auch von dort aus nicht aufhalten. So wartet Frank bis heute auf das, von dem er weiß, was kommt. Bis eines Tages Casey Newton (Britt Robertson) an seine Tür klopft. Sie wurde von Athena ausgewählt, da sie in ihr das Potential sieht, etwas zu verändern. Auch wenn sich Frank anfangs sträubt, als Agenten die Jagd auf sie eröffnen, macht er sich zusammen mit Casey auf, die Zukunft zu retten ...


Kritik:
Disneys
A World Beyond hat das Herz am rechten Fleck. Dennoch ist es ein Film, der viel holpriger erzählt ist, als ihm guttut. Regisseur Brad Bird, der mit Ratatouille [2007] und Die Unglaublichen [2004] zwei der besten Pixar-Filme gemacht und dessen Mission: Impossible - Phantom Protokoll [2011] die Messlatte für jeden Agentenfilm höher gelegt hat, verheddert sich in der Vision einer Welt, bei der die Geschichte darum herum keinen Sinn ergibt. Dass das letzte Drittel von einem Klischee zum nächsten driftet, macht all das nicht besser.

Doch die grundlegenden Probleme beginnen bereits ganz am Anfang, an dem George Clooney als Frank Walker direkt in die Kamera spricht. Dabei wird er immer wieder von Casey Newton, gespielt von Britt Robertson, unterbrochen, die ihn bittet, doch fröhlicher anzufangen. Es endet damit, dass wir zuerst Franks Kindheit und seine Begegnung mit der mysteriösen Athena sehen, die ihm bei der EXPO New York 1964 begegnet. Dank ihrer Hilfe gelangt der Träumer Frank an einen scheinbar magischen Ort – Tomorrowland. Im Anschluss erzählt A World Beyond, wie Casey 50 Jahre später, versucht den Abriss der Raketenabschussbasis in Cape Canaveral zu verhindern. Sie wird verhaftet und entdeckt bei ihrer Entlassung auf Kaution einen Button in ihren Sachen. Wenn sie ihn berührt, sieht sie eine andere Welt, in der nichts unmöglich scheint. Als die Wirkung des Buttons aufgebraucht ist, fährt Casey auf der Suche nach Antworten nach Texas, wo in einem Souvenirshop diese Buttons geführt werden.

An sich sollte man über den restlichen Film nicht viel mehr verraten, da sonst die größten und einzigen Überraschungen vorweggenommen werden. Sagen wir einfach, dass Casey später auf den erwachsenen Frank trifft, sie aber von seltsamen Agenten verfolgt werden und auch Athena noch eine Rolle spielt. Das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel und in Tomorrowland liegt vielleicht die Ursache für das Ende, wahrscheinlicher jedoch der Schlüssel, all das aufzuhalten.
Das eigentlich Tragische an A World Beyond ist, dass die Aussage des Films, hier in einem treffenden Monolog von Hugh Laurie auf den Punkt gebracht, richtig und wichtig ist. Dass die Filmemacher sie mit dem Holzhammer dem Publikum einhämmern, gibt dem allerdings einen üblen Beigeschmack. Dass sie dafür außerdem auf die ältesten Hollywoodklischees von allen zurückgreifen, ist unverzeihlich.

Von der Welt in Tomorrowland – dem wirklichen Tomorrowland – erfährt man überdies so gut wie nichts. Gelangen die Beteiligten nach einem viel zu langen Vorlauf endlich dorthin, ist die Enttäuschung bei Casey so groß wie beim Publikum. Was ist dort geschehen? Welches Ziel kann ein Bösewicht verfolgen, wenn er am Ende eine ganze Welt für sich alleine besitzt, die er mit niemandem teilen kann? Im letzten Akt mutiert eine der Figuren in A World Beyond zum Schurken, nicht, weil es wirklich notwendig wäre, sondern einfach, weil ein Film heutzutage einen greifbaren Bösewicht braucht, den man besiegen kann. Es ist einfacher, als sich eine Geschichte auszudenken, bei der alle zusammenarbeiten müssen, um das Unabwendbare aufzuhalten. Weshalb der böse Agent der ersten Filmhälfte in der zweiten nicht mehr auftaucht, verstehe dabei wer will. Ebenso, weswegen die Schergen wahllos unschuldige Menschen in Staub auflösen müssen. Für all das hätte es bessere und weniger gewalttätige Mittel und Wege gegeben.

Der Film basiert, wie der englische Originaltitel vermuten lässt, auf der gleichnamigen Disneyland-Attraktion, in der eine mögliche Zukunftswelt zum Leben erweckt wird. Einen Vorgeschmack darauf gibt Brad Bird in seinem Film auch, gerade wenn er durchaus originelle Ideen vorstellt. Doch die Story, die er erzählt, ist mit ihren Klischees im letzten Akt völlig angestaubt und veraltet.
Um es anders zu sagen: Steigt man nach der Fahrt im Themenpark von A World Beyond wieder aus, muss man ernüchtert feststellen, dass das wenige Interessante, das man gesehen hat, die Wartezeit in der Schlange zuvor nicht wert war.


Fazit:
Michael Giacchinos
heroische Musik stellt immer wieder in Aussicht, was A World Beyond sein könnte, doch dazu entwickelt sich der Film nie. Es ist eine Enttäuschung, die durch die zum Teil mäßigen Trickeffekte noch verstärkt wird. So langgezogen der Anfang ist, bis es endlich nach Tomorrowland geht, so lange ist auch der unnötige, aber vorhersehbare Abschied von einer Figur am Schluss, der sich in das ohne Überraschungen daherkommende Finale miteinfügt.
Dass der erzwungene Bösewicht keine wirkliche Motivation besitzt, ist weniger schlimm wie die Tatsache, dass Casey als die "Auserwählte" mit einer Lösung aufwartet, die so simpel ist, dass man beinahe darüber lachen muss. Das eigentliche Highlight des Films sind die drei Hauptcharaktere: Die kecke Casey, Athena, die viel weiser ist, als sei sein sollte und der von George Clooney tadellos grantig gespielte Frank Walker. Ihre humorvollen und pointierten Dialoge trösten über Szenen hinweg, die weder beim Aufbau, noch bei der Umsetzung das bieten, was sie in Aussicht stellen. Das ist nicht schlecht, aber nie packend und hat auf so viel mehr hoffen lassen.    


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