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Dumbo [1941]

Wertung: 6 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 20. August 2016
Genre: Animation / Musik

Originaltitel: Dumbo
Laufzeit: 64 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1941
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Samuel Armstrong, Norman Ferguson, Wilfred Jackson, Jack Kinney, Bill Roberts, Ben Sharpsteen, John Elliotte
Musik: Frank Churchill, Oliver Wallace
Originalstimmen: Edward Brophy, Sterling Holloway, Verna Felton, Noreen Gammill, Eddie Holden, Cliff Edwards, Herman Bing, Billy Bletcher, Jim Carmichael


Kurzinhalt:

Als der Storch (Sterling Holloway) der Elefantendame Mrs. Jumbo (Verna Felton) endlich ihren langersehnten Nachwuchs bringt, ist ihre Freude unbändig groß – die der anderen Elefanten im Wanderzirkus ebenso, bis sie sehen, dass Dumbo, wie sie Mrs. Jumbos Kind nennen, sehr große Ohren hat. So wird der kleine Elefant nicht nur von den anderen Tieren im Zirkus gehänselt, sondern auch von den Besuchern. Als Mrs. Jumbo weggesperrt wird, da sie ihr Kind verteidigt hat, findet Dumbo in der Maus Timothy (Edward Brophy) einen Freund. Und Timothy ahnt, dass Dumbo mit seinen Ohren zu etwas viel Größerem bestimmt ist ...


Kritik:
Dass Dumbo, einer der vielen Klassiker der frühen Walt Disney-Zeichentrickgeschichte, heuer 75 Jahre alt wird, mag man kaum glauben. Sieht man sich die fabelhaften Zeichnungen oder die fantastischen Farben an, könnte er gerade erst entstanden sein. Dass die Geschichte um Toleranz und Mutterliebe heute wie damals Bestand, Generationen von Zuschauern begeistert hat und wohl noch begeistern wird, macht deutlich, was für ein unvergleichliches Gespür Disney für das Geschichtenerzählen hatte.

Erschienen in einer Zeit, in der Europa im Zweiten Weltkrieg versunken war und kurz bevor die USA es ebenfalls sein würden, handelt Dumbo davon, dass er junge Elefant mit seinen großen Ohren von allen gehänselt und ausgegrenzt wird. Weil er anders aussieht, macht man sich über ihn lustig, nicht einmal die alten Elefantendamen wollen, dass er ein Teil ihrer Gruppe wird. Dafür, dass sie ihr Kind verteidigt, wird Mrs. Jumbo eingesperrt und wäre es nicht um den kleinsten der Kleinen, den Mäuserich Timothy, dann würde Dumbo vermutlich ein Dasein als Witzfigur im Zirkus stiften.
Der Sozialkommentar, der hier mitschwingt, traf die damalige Welt im Kern und ist heute so gültig wie eh und je. Dass der andersartige Dumbo für etwas Größeres bestimmt ist, will am Anfang niemand sehen und er, der er kein anderes Leben kennt, kann es nicht wissen.

Doch statt die Geschichte mit einem erhobenen Zeigefinger zu erzählen, versetzen die Macher das Publikum an die Position des Ausgegrenzten. Wir sehen, wie er aufgezogen wird, wie er unter der Trennung von seiner Mutter leidet und wie ihn alle Welt auslacht, wenn er erscheint. Dumbo ist über weite Strecken an sich ein tief trauriger Film und blickt man in die unschuldigen blauen, strahlenden Augen, sieht den putzigen Elefanten, dann fragt man sich doch, warum niemand hinter den ersten Eindruck blickt. Dass ausgerechnet das eine Kind Dumbo vorführt, das selbst große Ohren hat (und weitere Eigenschaften, wegen denen er vermutlich selbst gehänselt wird), macht deutlich, dass viele, die mit dem Finger auf andere zeigen das nur tun, um von ihrer eigenen Unsicherheit abzulenken.

Auch ein dreiviertel Jahrhundert nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung lebt Dumbo neben der universellen Geschichte von den liebevollen und zauberhaft animierten Zeichnungen. Die ausdrucksstarken Figuren werden vor teils überraschend detaillierten Hintergründen zum Leben erweckt, wobei die Musik ein eigenständiger Charakter ist. Die sowohl durch die Animation, als auch die Klänge greifbar gemachte Anstrengung der Lok, die den Wanderzirkus zieht, oder die Halluzinationssequenz mit den rosafarbenen Elefanten, bleiben ebenso unvergessen, wie das berührende Klagelied "Baby Mine". Aber selbst wenn man den Ton abstellen würde, allein die Bewegungen, die Mimik und Gestik der Figuren ist so gelungen, Dumbo und Timothy so warmherzig, dass man sich der Magie kaum entziehen kann.

Das ist für Kinder, die die traurige Geschichte womöglich nicht so tragisch wahrnehmen mögen, vielleicht der offensichtlichere Reiz. Aber vielleicht färbt auch die Botschaft von Toleranz etwas auf sie ab. Vielen Erwachsenen könnte es heute leider auch nicht schaden.


Fazit:
Walt Disneys
Dumbo erzählt eine Geschichte in Bildern, deren Charme seit ihrem ersten Erscheinen nur dazugewonnen hat. Die tolle Musik und die berührenden Lieder sind gleichermaßen ein Teil davon. Fabelhaft animiert, gehen die traurigen Momente ebenso nahe, wie der Triumph der Mutterliebe und der Freundschaft über die Ignoranz. Das ist eine wichtige Botschaft für alle Altersklassen und dabei stellenweise nicht nur sehr lustig, sondern unglaublich süß dargebracht. Vor allem ist es ein zeitloser Klassiker. Ein Meisterwerk!    


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