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Star Trek: Beyond [2016]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 23. Juli 2016
Genre: Science Fiction / Action / Thriller

Originaltitel: Star Trek Beyond
Laufzeit: 120 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2016
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Justin Lin
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho, Anton Yelchin, Idris Elba, Sofia Boutella, Joe Taslim, Lydia Wilson, Deep Roy


Kurzinhalt:

So viele neue Welten Captain Kirk (Chris Pine) mit der USS Enterprise bereits entdeckt hat, ob dies alles ist, was er erreichen möchte, kann er nicht sagen. Während er darüber nachdenkt, andere Ziele zu verfolgen, wird er gebeten, eine Crew zu bergen, die auf einem nicht erforschten Planeten abgestürzt ist. Dort angekommen, erkennt Kirk zusammen mit Spock (Zachary Quinto) und Dr. McCoy (Karl Urban), dass sie in eine Falle gelockt wurden. Gestrandet, muss sich die Besatzung zusammenfinden, um die finsteren Pläne des Wesens zu durchkreuzen, das sie hergebracht hat: Krall (Idris Elba). Im Besitz einer verheerenden Waffe, will er sich an der Föderation der Planeten rächen. Kirks einzige Hilfe ist die ebenfalls verunglückte Jaylah (Sofia Boutella) – und seine Crew ...


Kritik:
So vielversprechend die Aussicht für viele Fans auch war, ein drittes Abenteuer im 2009 neu gestarteten Star Trek-Universum geboten zu bekommen, so ernüchternd empfanden viele die ersten bewegten Bilder. Von "Fast and the Furious trifft Star Trek" war die Rede, als wenn sich beides ausschließen müsste. Justin Lins optisch überragender Star Trek: Beyond ist ein packendes Abenteuer im Weltraum, dem es nicht nur gelingt, die Momente der bekannten Crew bestehend aus Ikonen des Genres, fabelhaft einzufangen, sondern auch Spaß daran zu finden.

Dabei gibt sich Captain James T. Kirk zu Beginn überaus melancholisch. Nach drei Jahren an Bord der USS Enterprise hat das Abenteuer durch die Routine seinen Reiz für ihn verloren. Er ist auf der Suche nach einem Zweck, nicht ahnend, dass der Hilferuf auf einem abgelegenen Planeten nicht nur ihn, sondern auch die Crew in größere Gefahr bringt, als je zuvor. Dort gestrandet, müssen Kirk, "Pille", Spock und die Crew den rachsüchtigen Krall aufhalten, der in den Besitz einer verheerenden Waffe kommen will, um die Föderation der Planeten in ihre Schranken zu weisen.

Viel mehr sollte man über die Story nicht verraten und wie viele andere, große Studioproduktionen lebt Star Trek: Beyond nicht so sehr davon, worum es geht, als davon, wie die Geschichte erzählt wird. Fans werden sehr, sehr viele Anspielungen finden, die jedoch für das grundsätzliche Verständnis nicht wichtig sind. Dass die beiden Drehbuchautoren Doug Jung und Scotty-Darsteller Simon Pegg Mittel und Wege finden, humorvoll mit einigen absurderen Ideen des inzwischen ein halbes Jahrhundert umspannenden Star Trek-Vermächtnisses umzugehen, macht es für Kenner nur noch unterhaltsamer.

Aber auch wenn die Crew, wie so oft, in großer Gefahr schwebt und am Ende sogar Millionen Lebewesen bedroht werden, die Zukunft, die Star Trek: Beyond beschreibt, entspricht Gene Roddenberrys Vision mehr denn je: Nach kriegerischen Auseinandersetzungen ist für die Föderation eine Zeit des Friedens und der Entdeckung angebrochen und die Raumstation Yorktown ein Spiegelbild der schier unendlichen technologischen Möglichkeiten sowie des Zusammenlebens von unterschiedlichsten Spezies. Sie ist ein Symbol der Hoffnung, die Filmemacher Justin Lin in einer Einstellung mit dem Emblem der Saga auf den Punkt bringt, die an sich direkt aus Indiana Jones und der letzte Kreuzzug [1989] entnommen und hier ins Positive gekehrt ist.

Lin, der das Fast and the Furious-Franchise wiederbelebte, erzählt Star Trek: Beyond zwar schnell, aber nicht gehetzt und er findet eine bestechende Optik für selbst unwichtig erscheinende Szenen, die denen der ersten beiden Filme des Neustarts in nichts nachstehen. Der Flug der Enterprise durch den Nebel ist schlicht phänomenal eingefangen und auch die humorvollen Momente werden nie so lange hinausgezogen, dass sie unangenehm würden. Der Film findet eine tolle Balance zwischen der ernsten Geschichte und den lockeren, charmanten Momenten der Crew, die hier erfreulicherweise als Einheit auftreten darf, statt dass nur zwei oder drei Figuren den Film voranbringen.

Trotz alledem wirkt die Motivation des Schurken nicht wirklich schlüssig und wird vollständig in einer einzigen Szene offenbart, als wäre dem Skript erst dann eingefallen, dass man sein Handeln noch erklären müsste. Ob ein Motorrad fahrender Captain Kirk in das Star Trek-Universum passt, mag ebenfalls dahingestellt sein – es ist in jedem Fall so temporeicher und leichtfüßig, mitunter sogar schon selbstironisch umgesetzt, dass Star Trek: Beyond von der ersten bis zur letzten Minute Spaß macht. Die Collage am Ende ist dabei ein perfekter Schluss.

Auch stille Momente wie ein Blick auf die legendäre Crew, mit der vor 50 Jahren alles begann, finden den Weg in den actionreichen Sommerfilm, der damit in gewisser Weise den Kreis zur originalen Besetzung schließt. Eine bessere Hommage könnte sich diese an sich nicht wünschen – ihr Esprit, ihre Abenteuerlust und ihr humoriger Charme leben hier weiter. Hoffentlich sogar darüber hinaus.


Fazit:
Nicht nur dank Michael Giacchinos tollem und hörenswertem Score wirken manche Einstellungen geradezu bedrückend. Wird der Crew ihre Heimat genommen, dann wird hier spürbar, was es mit ihr anstellt. Zu sehen, wie sie sich gegen alle Widrigkeiten zusammenfinden, um gegen einen übermächtigen Feind zu kämpfen, ist Star Trek in Bestform und ein tolles Abenteuer, in dem unerwartet sogar ein Beastie Boys-Song klasse eingesetzt wird.
So unbeschwert und mitreißend Star Trek: Beyond dabei ist, so berührend sind manche Momente, wie wenn Kirk auf abwesende Freunde anstößt und noch im Nachhall seiner Worte Anton Yelchin zu sehen ist, der den jungen Chekov mit einer Lebensfreude spielt, dass sein Abschied aus der Rolle nur noch trauriger wird. Und doch ist es die Aussicht auf eine positive, geeinte Zukunft, die das Universum hier ausmacht und eine Crew, die so eingespielt wirkt, dass es eine Freude ist, diese "Familie" zu besuchen.
Statt auf weitläufige Zerstörung zu setzen, besinnt sich Regisseur Justin Lin abseits der sehenswert eingefangenen Actionsequenzen auf das Charisma der einzigartigen Figuren. Das richtet sich ebenso an bestehende Fans, wie an diejenigen, die es werden wollen.    


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