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I, Frankenstein [2014]

Wertung: 1 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 14. November 2015
Genre: Fantasy / Action / Thriller

Originaltitel: I, Frankenstein
Laufzeit: 122 min.
Produktionsland: Australien / USA
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Stuart Beattie
Musik: Reinhold Heil, Johnny Klimek
Darsteller: Aaron Eckhart, Yvonne Strahovski, Miranda Otto, Bill Nighy, Jai Courtney, Socratis Otto, Aden Young, Caitlin Stasey, Mahesh Jadu, Steve Mouzakis, Nicholas Bell


Kurzinhalt:

Als Frankenstein (Aden Young) vor 200 Jahren aus Leichen ein Monster (Aaron Eckhart) erschuf, besiegelte er sein Schicksal. Schon damals wurde Königin Leonore (Miranda Otto) der Gargoyles auf das Monster, das sie Adam nannte, aufmerksam. Seine Stärke und Schnelligkeit könnte den Gargoyles im Kampf gegen die Dämonen aus der Hölle nützlich sein. Doch Adam lehnte damals ab. Heute jagt Adam die Dämonen immer noch selbst, auf der Suche nach ihrem Prinz Naberius (Bill Nighy). Der lässt die Wissenschaftlerin Terra (Yvonne Strahovski) daran forschen, wie man Tote wieder zum Leben erwecken kann. Wenn sein Plan gelingt, würde es nicht nur das Ende der Gargoyles bedeuten, sondern auch der gesamten Menschheit ...


Kritik:
Es gibt in I, Frankenstein kein einziges Element, das die vielen negativen Punkte wieder wettmachen würde. Die Comic-Verfilmung mit Aaron Eckhart als nicht alterndes Frankenstein-Monster, das sich in einem jahrhundertelangen Krieg zwischen Gargoyles und Dämonen wiederfindet, ist schon von der Grundidee her so enttäuschend, dass man sich fragen muss, weswegen sich namhafte Darsteller, darunter auch Bill Nighy und Miranda Otto, dafür hergeben. Dass sie alle kein Interesse am Film zu haben scheinen, macht es nur noch unansehnlicher.

Selbst wenn man sich Mühe gibt, die zahllosen Trickeffekte zu übersehen, die Regisseur Stuart Beattie zur Erschaffung seiner Welt hernimmt, sie sind so offensichtlich und so unterirdisch, dass es einem nicht gelingen mag. Selbst zweiklassige Fernsehserien in den 1990er-Jahren haben einen überzeugenderen Look gehabt.
Die Geschichte beginnt im späten 18. Jahrhundert und zeigt, wie Frankensteins Monster in den hohen Norden flieht, um seinen Schöpfer dort zu beerdigen. Noch während er dabei ist, wird er von Dämonen angegriffen, ehe ihm Gargoyles zu Hilfe eilen. Sie sind körperlich gewordene, himmlische Geschöpfe und fechten mit den Dämonen einen Krieg um die Erde aus. Die Bedingungen dieses Krieges werden nicht erläutert, auch nicht, weswegen Dämonen, die nach ihrer Vernichtung in die Hölle absteigen, nicht wiederkommen können, ebensowenig wie die Gargoyles.

Die Gargoyle-Königin, die Frankensteins Monster Adam nennt, bietet ihm an, sie im Kampf gegen die Dämonen zu unterstützen, was Adam ausschlägt. Dann springt I, Frankenstein 200 Jahre in eine unbestimmte Zukunft. Welches Jahr tatsächlich ist, wird nicht verraten, ebenso wenig, in welcher Stadt die Geschichte spielt. Es muss eine sein, in der seltsamerweise keine normalen Menschen leben, denn die sind bis auf ein, zwei Ausnahmen nie zu sehen. Weder bei Tag, noch bei Nacht. In dieser Zukunft sucht die Wissenschaftlerin Terra nach einer Möglichkeit, Tote wieder zum Leben zu erwecken, etwas, das der Dämonen-Prinz Naberius für seine Zwecke nutzen will.

Stellt sich der von Bill Nighy gespielte Naberius im Finale vor Adam und ruft mit computerverzerrter, tiefer Stimme und in vollem, nicht furchteinflößendem, sondern eher lächerlichem Make-up "Ich bin ein Dämonen-Prinz!", dann ist das zwar zum Lachen, aber nicht beabsichtigt.
Die Geschichte von I, Frankenstein ist so absurd und hanebüchen, dass man sie nicht ernstnehmen kann, doch genau das tut Regisseur Beattie. Er will Adam als Actionheld etablieren und schickt ihn gegen eine Legion von identitätslosen Dämonen, die sich nach einem Schlag in einen immer gleich aussehenden, offensichtlich computergenerierten Feuerball verwandeln. Die verzerrten Stimmen lassen die Kreaturen nicht böse, sondern peinlich klingen und die Action ist so grauenerregend inszeniert, wie man es kaum für möglich hält. Einstellungen immer wieder aus der Sicht der Figuren, die Adam vor sich herschleifen, ruckelnde Kampfeinstellungen, bei denen keine einzige Bewegung flüssig ausgeführt wird und die so kopflos geschnitten sind, dass man nie weiß, wer auf wen einprügelt.

Würde I, Frankenstein zumindest mit Augenzwinkern erzählt und wäre er handwerklich sauber umgesetzt, dann könnte man den Film als unterhaltsamen Trash genießen. So ist er nicht nur lähmend langweilig, sondern so schlecht, dass man sich um die verschenkte Zeit ärgert.


Fazit:
Was sich anhört und beginnt wie eine Variante von Underworld [2003], entpuppt sich als einfallsloses Story-Mash-up, bei dem die beste Idee noch diejenige ist, dass auch die guten Gargoyles irgendwie bedrohlich aussehen und nicht wie Engel auf Erden. Die Story ist schlicht, die Figuren eindimensional und ohne Persönlichkeit und auch wenn Regisseur Stuart Beattie immer wieder Perspektiven findet, die aussehen wie ein Bild aus einem Comic, die erkennbaren, miesen Spezialeffekte machen das Geschehen zunichte.
Dass sich so viele bekannte Gesichter in dem Film wiederfinden, überrascht, auch wenn ihre Motivation sichtlich zu wünschen übrig lässt. Wer nicht von Anfang an geahnt hat, dass die Macher I, Frankenstein als neue Filmreihe angedacht haben, wird am Ende nochmals darauf hingewiesen. Das ist viel zu ernst erzählt und nie unterhaltsam. Lächerlich und ärgerlich dafür schon.    


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