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The Cold Light of Day [2012]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 04. März 2015
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: The Cold Light of Day
Laufzeit: 93 min.
Produktionsland: USA / Spanien
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Mabrouk El Mechri
Musik: Lucas Vidal
Darsteller: Henry Cavill, Verónica Echegui, Sigourney Weaver, Bruce Willis, Joseph Mawle, Caroline Goodall, Rafi Gavron, Emma Hamilton, Michael Budd, Roschdy Zem, Óscar Jaenada, Joe Dixon, Jim Piddock


Kurzinhalt:

Es ist selten, dass die Familie Shaw zusammen kommt, umso mehr freut es Laurie (Caroline Goodall), dass ihre Söhne Will (Henry Cavill) und Josh (Rafi Gavron) sie und ihren Mann Martin (Bruce Willis) in Spanien besuchen. Als Will nach einem Landbesuch zum Segelboot seiner Eltern zurückkehrt, sind die Räume im Boot auf den Kopf gestellt. Von seiner Familie fehlt jede Spur. Bei einem Telefonanruf verlangt ein Mann namens Zahir (Roschdy Zem), dass Will innerhalb von 24 Stunden einen Koffer aushändigt, sonst wird seine Familie sterben. Kurz darauf begegnet Will der CIA-Mitarbeiterin Jean Carrack (Sigourney Weaver), die behauptet, mit seinem Vater zusammengearbeitet zu haben. Doch wie soll er ihr vertrauen, wenn alles, was er über seinen Vater wusste eine Lüge war? Auch weiß er nicht, ob er der jungen Lucia (Verónica Echegui) glauben kann, deren Onkel ebenfalls Opfer der Verschwörung wird ...


Kritik:
Filme, in denen bekannte Stars nur Nebenrollen bekleiden, scheinen für Studios durchaus lukrativ zu sein. Vielleicht war dies früher schon so, womöglich ist es ein Trend der letzten fünf Jahre. Dass The Cold Light of Day mit Bruce Willis beworben wird, zeigt bereits, dass die Filmemacher hoffen, mit ihm das Publikum anzulocken. Tatsächlich ist seine Rolle recht klein, im Mittelpunkt steht Henry Cavill, der im darauffolgenden Jahr in Man of Steel [2013] zu sehen war. An dem Thriller, der keine Risiken eingeht, aber zumindest kompetent gemacht ist, ändert das jedoch nichts.

Dabei ist bereits früh absehbar, an welchen Vorbildern sich Regisseur Mabrouk El Mechri orientiert. Während eines Familienurlaubs in Spanien wird Will von seiner Familie getrennt, nur um sich kurz darauf mitten in einer Verschwörung wiederzufinden und quer durch Madrid gejagt zu werden. Von der Orientierungslosigkeit, bis hin zum (an sich) allzeit vorhandenen Tempo erinnert das nicht von ungefähr an Die Bourne Identität [2002], bzw. dessen Fortsetzungen. Doch während man bis zuletzt nicht wusste, ob Jason Bourne einer von den Guten, oder im Grunde genommen ein Bösewicht war, bleibt Will von Anfang bis zum Ende vollkommen blass. Dass sein Vater Martin nicht der unscheinbare Regierungsbeamte des Außenministeriums ist, der er vorgibt, ist spätestens dann offensichtlich, wenn Will das Segelboot der Familie auf den Kopf gestellt vorfindet.

Will wendet sich an die örtliche Polizei, die jedoch Teil des Komplotts zu sein scheint und kurz darauf befindet er sich auf der Flucht, in dem Wissen, dass seine Familie gefangen gehalten wird, um einen ominösen Koffer freizupressen. Die zweite, sehr bekannte Darstellerin in The Cold Light of Day ist Sigourney Weaver. Wer zumindest ein paar Hollywood-Filme gesehen hat, den wird ihre Rolle als offensichtliche Wohltäterin nicht überraschen. Immer auf der Flucht vor den Schergen, die nicht davor zurückschrecken, Polizisten oder Unbeteiligte zu erschießen, fragt man sich als Zuschauer, wo denn die weibliche Figur in Wills Alter bleibt, die in dieser Art Film für gewöhnlich auftritt. Just dann begegnet Will der gleichaltrigen Lucia, die ihn – auch wenn es die Story nicht zwingend vorschreibt – bis zum Schluss begleitet. Selbst hier ist der Storykniff, den sich die Autoren überlegt haben, dem aufmerksamen Publikum schon 10 Minuten eher klar, als dass er im Film aufgelöst wird.

Es ist, als hätten sich die Macher unzählige erfolgreiche Thriller angesehen, um deren Zutaten zu kopieren. Verfolgungsjagden mit Auto? Vorhanden. Verfolgungsjagden zu Fuß über die Dächer einer europäischen Stadt? Vorhanden. Held wird verletzt und muss von der weiblichen Nebenrolle verarztet werden? Vorhanden. Bösewichtsgehilfen, die selbst zu Passanten böse sind, auch wenn sie es nicht sein müssten? Vorhanden. Und zu guter Letzt: Internationale Verschwörung mit mehreren Parteien, die ominös genug gehalten wird, um nicht durch aktuelle politische Ereignisse überholt zu werden? Ebenfalls vorhanden.
Dass all das nicht so negativ in Erinnerung bleibt, verdankt The Cold Light of Day zum einen der sympathischen Besetzung, die hier jedoch nicht wirklich gefordert ist. Zum anderen überzeugt Mabrouk El Mechris Inszenierung, der jedoch weder in den Verfolgungsjagden, noch in den Will zunehmend überfordernden Offenbarungen eine entsprechende Dynamik entwickelt. Dass die Nachtaufnahmen insbesondere zu Beginn mit starken Filtern versehen wurden und auch sonst erkennbar ist, dass die Figuren selten wirklich in den Fahrzeugen unterwegs sind, verstärkt den Eindruck, dass hier die Kostenersparnis im Vordergrund stand.

Als kleine Videoproduktion kann der Thriller durchaus für einen unterhaltsamen, aber nicht mitreißenden Filmabend sorgen. Für eine Kinoproduktion fehlt es ihm schlicht an Originalität und Finesse.


Fazit:
Sieht man über die abstruse Story hinweg und akzeptiert, zu was die Figuren in The Cold Light of Day körperlich im Stande sind – oder besser, dass ihnen nichts dauerhaft etwas anhaben kann –, sorgt der Film durchaus für schnelle eineinhalb Stunden. Die zwei bekanntesten Hollywoodstars sollen hier zwar das Publikum anlocken, haben aber nicht viel zu tun. Henry Cavill hingegen ist nur mäßig in der Lage, einen ganzen Thriller zu tragen, was jedoch auch an dem eindimensionalen Charakter liegt.
Die Actionmomente sind großen Vorbildern nachempfunden und kompetent, aber nie mit dem entsprechenden Tempo oder Einfallsreichtum umgesetzt. So wirkt Mabrouk El Mechris Regie mehr wie eine Kopie bedeutend besserer Filme, die auch beim wiederholten Anschauen mehr mitreißen als seiner.    


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