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Mr. & Mrs. Smith [2005]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 23. Juli 2014
Genre: Action / Komödie / Thriller

Originaltitel: Mr. & Mrs. Smith
Laufzeit: 120 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Doug Liman
Musik: John Powell
Darsteller: Brad Pitt, Angelina Jolie, Vince Vaughn, Adam Brody, Kerry Washington, Keith David, Chris Weitz, Rachael Huntley, Michelle Monaghan


Kurzinhalt:
Im Rahmen einer Eheberatung erinnern sich Jane (Angelina Jolie) und John Smith (Brad Pitt) daran, wie sie sich vor einigen Jahren zum ersten Mal begegnet ist. Seither ist ihre Beziehung durch die Routine eingeschlafen. Routine auch in den Lügen, die sie einander ständig vorspielen. Denn was keiner von beiden weiß: Der jeweils andere ist ein erfolgreicher Attentäter, nur arbeiten sie für unterschiedliche Organisationen. Als sowohl Jane, als auch John den Auftrag bekommen, Benjamin Danz (Adam Brody) auszuschalten, vermasseln sie sich gegenseitig den Erfolg.
Erst im Nachhinein finden sie heraus, wer der jeweils andere ist und bekommen von ihren Vorgesetzten 48 Stunden, den Ehepartner auszuschalten. Doch so leicht lassen sich ihre Gefühle für einander nicht wegwischen und während die Organisationen, wie Johns Kollege Eddie (Vince Vaughn) ihm sagt, Jagd auf die Smiths machen, müssen sie lernen zusammenzuarbeiten, wenn sie überleben wollen ...


Kritik:
Der größte Reiz von Mr. & Mrs. Smith liegt in der Chemie der beiden Darsteller, die seit den Dreharbeiten ein Paar sind. Ihrem Schlagabtausch beizuwohnen wiegt die abstrus einfache Geschichte wieder auf, die nie wirklich an Fahrt gewinnt und deren Höhepunkte bereits im Trailer zu sehen sind. Dass Regisseur Doug Liman den Humoranteil wichtiger nimmt als den Realismus macht immerhin die gezeigte Gewalt erträglich.

Die Story mutet an wie eine Mischung aus True Lies - Wahre Lügen [1994] und Der Rosenkrieg [1989]. John und Jane Smith erzählen bei einer Paartherapie, wie sie sich in Bogota vor fünf oder sechs Jahren getroffen und ineinander verliebt haben. Was der jeweils andere nicht weiß, beide zählen zu den besten Auftragskillern der Welt, die aber für unterschiedliche Organisationen arbeiten. Trotz oder gerade auf Grund dieser Gemeinsamkeit kriselt es in ihrer Beziehung. Die Fassade, die sie für die Nachbarn aufrechterhalten, scheint sie selbst zu langweilen. Doch das ändert sich, als sie sich gegenseitig bei einem Auftrag enttarnen.

Wer nun damit rechnen würde, dass sich Mr. und Mrs. Smith zusammensetzen und die Situation halbwegs objektiv diskutieren würden, der hat verkannt, was dies für eine Art Film ist. Stattdessen legen sie sämtliche Umgebung in Schutt und Asche, in der sie sich begegnen, was unter anderem auch ihr gemeinsames Haus einschließt. Erst als sie erkennen, dass sie einen gemeinsamen Feind haben, beginnen sie zusammen zu arbeiten. Würde sich das Drehbuch bis zu dieser Erkenntnis nicht so lange Zeit lassen, hätte man im Mittelteil auch nicht das Gefühl, als würden sich die Szenen ständig wiederholen. Mag sein, dass dies wie das flache Finale den unzähligen Überarbeitungen des Skripts geschuldet ist, doch ist Mr. & Mrs. Smith gerade deshalb nie wirklich packend.

Wie gut die beiden Darsteller miteinander harmonieren, wird umso deutlicher, je mehr Vince Vaughn als Johns Kollege Eddie ins Bild rückt. So charismatisch Vaughn sein kann, wenn er will, so nervig und unerträglich ist er in anderen Rollen. Hier ist er als Angestellter von Johns Firma, der wieder bei seiner Mutter wohnt und John in allen Dummheiten unterstützt, letzteres. Seien es die verbalen Spitzen, oder aber die körperliche Konfrontation von Jolie und Pitt, sie scheinen sich hier ebenbürtig. Umso länger ziehen sich ihre Kämpfe, ehe sie das grundlegende Problem, dass jemand ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt hat, gemeinsam angehen.

Zu behaupten, dass sich dann die Hintergrundgeschichte von Mr. & Mrs. Smith entfalten würde, ist eine Übertreibung. Es wird lange gemunkelt, wer denn die Auftraggeber des Kopfgelds sind, oder aber die Vorgesetzten von John und Jane, doch viel verrät der Film nicht darüber. Dafür wird viel geschossen, ohne dass die Kugeln die beiden Sympathiefiguren treffen. Und selbst wenn die Geschosse Wände durchschlagen, die umliegenden Wohnhäuser bleiben davon auf mysteriöse Weise verschont. Vermutlich auch um die Altersfreigabe niedrig zu halten, sind alle Gegner, die in Horden auf die Smiths einstürmen, maskiert, so dass durchaus das Gefühl bleibt, sie würden sich wie in einem Videospiel von Level zu Level hochkämpfen. Für sich genommen ist das nicht genug, um das Einschalten zu rechtfertigen und wären es nicht diese beiden Darsteller und ihr privates Zusammenleben, auf das man hier im Film einen Blick zu erhaschen wähnt, würde die Wertung auch niedriger ausfallen. Sie allein machen Einiges von dem wieder wett. Auf den deutlich besseren Film, den sie erhoffen lassen, wartet man indes immer noch.


Fazit:
Es ist eine alte Weisheit des Showbusiness, dass Leinwandpaare, die auch in Wirklichkeit zusammen sind, selten eine gute Chemie vor der Kamera entwickeln. Vielleicht hat es daran gelegen, dass Angelina Jolie und Brad Pitt erst während der Dreharbeiten zusammen kamen, in jedem Fall sprühen die Funken, wenn sie gemeinsam im Bild zu sehen sind. Hierunter fallen auch viele kleine Gesten, denen man kaum Beachtung schenkt.
Sie machen Mr. & Mrs. Smith als Actionkomödie zumindest einmal sehenswert, auch wenn der Film dank der indiskutabel konstruierten Story keine Zugkraft besitzt. Selbst die Actionsequenzen, deren Trickeffekte meist offensichtlich sind, zeigen nichts, was man nicht wo anders schon besser gesehen hat. Das wäre als kurzweilige Videoproduktion ausreichend, doch von einem so prominent besetzten Hollywoodfilm erwartet man im Grund mehr.


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