Treffpunkt: Kritik
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Unterstuetzt von Teufel
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Der Blog stellt eine Art Internettagebuch dar, in dem die Mitglieder der Redaktion und auch der Community ihre Gedanken mit den Lesern teilen. Er bietet Einblicke in den Alltag und in die Themen, die die jeweiligen Autoren am meisten beschäftigen.
Für den Inhalt sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Auch spiegelt die Meinung eines einzelnen Autors nicht die Meinung der gesamten Redaktion wider.


Aggressionen für das Volk
Treffpunkt: Kritik Iustitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit, wird nicht ohne Grund sehr oft mit einer Augenbinde dargestellt. Nur wenn sie nicht sieht, kann sie auch unvoreingenommen und unparteiisch urteilen. Wessen Blick, aus welchen Gründen auch immer getrübt ist, wird voraussichtlich falsch entscheiden. Das ist keine neue Weisheit, sondern schon so lange bekannt wie es Menschen gibt. Umso erstaunlicher ist es, und in gleichem Sinne bedenklich, wie häufig heute von einem unparteiischen Standpunkt abgerückt wird, um außerhalb des Rechtssystems selbst für eine eigene Definition für Gerechtigkeit zu sorgen.
Dies leben Staaten vor, welche ohne die Internationale Gemeinschaft zu konsultieren Kriege beginnen, obgleich sie durch die vor Jahrzehnten abgeschlossenen Verträge daran gebunden wären. Oder Videospiele, in denen der Spieler selbst zur Rache nehmenden Figur wird, die sich an seinen Feinden abreagieren kann. Aber auch das Medium Film macht davor nicht halt. Gehörten jene Selbstjustizreißer vor Jahren noch zu einer Randerscheinung, die sich zumeist an ein fragwürdiges Publikum richtete, ist diese Form der passiven Gewalt salonfähig geworden und offensichtlich massentauglich.
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Schlechte Ideen bringen den größten Profit
Treffpunkt: Kritik Wäre es nur eine Erscheinung der derzeitigen Wirtschaftskrise, könnte man die Versessenheit der Menschen, überall etwas "billig" abzustauben noch verstehen. Immerhin muss ein jeder sehen, wie er seine Zukunft sichert. Aber das Motto "Geiz ist geil", das nicht zuletzt eine Elektronikkette so populär gemacht hat, ist keine Modeerscheinung. Es scheint vielmehr in den Köpfen der Menschen seit Urzeiten verankert und dabei, da macht das Schönreden keinen Sinn, sind die Deutschen wieder einmal Spitzenreiter.
Wir fahren bereitwillig 40 Kilometer oder mehr zu einer Tankstelle, bei der das Benzin zwei Cent günstiger ist als bei derjenigen um die Ecke in der Überzeugung, wir hätten was gespart. Wir lassen uns immer wieder von Versprechungen einlullen, die Discounter hätten überall die Preise gesenkt, ohne zu vergleichen, dass die Packungen dabei deutlich mehr geschrumpft sind. Und es wählen aus augenscheinlicher Überzeugung Millionen Menschen diejenige Partei in die Regierung, die seit Jahren in der größten Schrift die Steuersenkung auf ihr Wahlplakat geschrieben hat – auch wenn sie keine Ahnung hat, wie das finanziert werden soll. Ahnungslosigkeit scheint dabei inzwischen tatsächlich eine gültige Ausrede zu sein.
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Hohle Töpfe/Laute Klänge
Treffpunkt: Kritik Es gibt Menschen, die blühen förmlich auf, wenn sie jemandem beweisen können, dass sie recht hatten. Der gute alte Satz, "Ich hab's doch gleich gesagt", gehört vielleicht zu den am liebsten rezitierten der ganzen Welt. Sieht man sich in der heutigen Zeit aber um, in der es von düsteren Prophezeiungen nur so sprudelt, verliert die damit verbundene Freude darüber, dass die eigene Aussage richtig war, ein wenig an Überzeugung.
Denn was nützt es, nun vorhalten zu können, dass bereits Mitte letzten Jahres alle möglichen Kritiker der im Herbst ins Amt berufenen Regierungskoalition davor warnten, welche Welle der Klientelpolitik uns ins Haus stehen würde? An der derzeitigen Misere ändert das nichts, denn mit den gebrochenen und noch zu brechenden Wahlversprechen ist für die Menschen kein Blumentopf zu gewinnen.
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Von guten Vorsätzen und schlechten Absichten
Treffpunkt: Kritik Entgegen allen Erwartungen ist das neue Jahr(zehnt) doch noch über uns hereingebrochen. Manch einer mag es kaum für möglich gehalten haben. Doch kaum ist 2010 eine Woche alt, hat man es erneut mit denselben alten Problemen zu tun, die man hoffte, in der vorangegangenen Dekade zurückgelassen zu haben. Und dabei sind interessanterweise nicht nur die Politiker gemeint, von denen sich ausgerechnet während der Feiertage Postenbesetzer zu Wort melden, die man das ganze Jahr über nicht zu hören bekommt.
Ein Blick auf die aktuelle Nachrichtenlandschaft verrät, 2010 ist bislang nicht wirklich besser als 2009. Oder als 2008 streng genommen. Das heißt nicht, dass es nicht noch besser werden kann, sondern vielmehr, dass es derzeit danach aussieht, als stünde uns ein weiteres Jahr bevor, das nach den anfänglichen Ruhepausen wieder denselben Kurs einschlägt wie die letzten. Ein Rundumblick ...
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Ein Rückblick nach vorn
Treffpunkt: Kritik Wo immer man hinsieht, begegnet einem derzeit ein Rückblick auf ein Jahr, das wir alle nur allzu gut kennen. 2009 liegt in den letzten Zügen, von vielen verhasst oder verschmäht gibt es an sich nur zwei Sorten Menschen, die 2009 vermissen werden: zum einen diejenigen, denen es gelungen ist, sich an Anderen zu bereichern und ihren Status in der Gesellschaft zu festigen und zum anderen die Pessimisten, die davon überzeugt sind, dass 2010 noch viel schlimmer werden wird.
So wundert es nicht, dass auch die Gruppe der Berufswahrsager wieder Hochkonjunktur hat und ihre Visionen wieder meistbietend an die Presse verkauft. Manch einer hatte beispielsweise für 2009 auch die Wiederwahl von Angela Merkel oder gar den Tod Michael Jacksons vorhergesagt.
Wieso sollte man also nicht auch einen Ausblick auf 2010 wagen? Raum für Spekulationen gibt es genug – nur immer ohne Gewähr.
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Super(re)lative
Treffpunkt: Kritik Wo immer man sich heute umsieht, man kann kaum mehr umhin, sich minderwertig zu fühlen. Selbst, wenn man der Meinung ist, man selbst führe ein überdurchschnittlich gutes Leben in unserer Gesellschaft, ist man schlussendlich dennoch "nur normal". Sieht man sich Anzeigen und Werbeprospekte an, gibt es überall "das Beste", "das Tollste" und auch "den Größten". Im Fernsehen werden nicht mehr nur Stars gesucht, sondern permanent Superstars oder Super-Talente. Die armen Seelen, die für wenige Momente Aufmerksamkeit ihre Seele im Dschungelcamp verheizen, sehen schon am Untertitel der Sendung, auf welche Stufe sie gestellt werden: "Ich bin ein Star, holt mich hier raus". Selbst die Teilnehmer werden hier schon abgewertet, ehe sie überhaupt angetreten sind.
Es scheint beinahe, als lebten wir in einer Welt der Superlative, in denen die Autos mit dem geringsten Spritverbrauch weniger als drei Liter verbrauchen, gleichzeitig aber immer noch welche produziert werden, die mehr als 25 Liter schlucken. Wohin das führt, hat man jüngst gesehen: dann gibt es nicht mehr nur einen Firmenbankrott, sondern gleich eine Finanzkrise, die die ganze Welt umspannt. Super eben – in jeder Beziehung.
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WhatYouSeeIsWhatYouForget
Treffpunkt: Kritik Gerade einmal fünf Wochen nach der jüngsten Bundestagswahl muss man sich (schon) wieder die Frage stellen, wie lange die Halbwertszeit eines deutschen Durchschnittsgedächtnisses ist. Nicht nur, dass die einstigen Wahlversprechen nun nicht mehr sind als ein Schatten ihrer selbst, auch scheint es niemanden mehr zu interessieren, was überhaupt versprochen wurde. Die Tagespresse hat sich anderen Themen gewidmet und der Normalbürger hat ohnehin die Nase voll von der Politik und wünscht sich nun wieder spannendere Themen. Dabei werden die großen Umstellungen erst noch kommen und sehen letztlich ganz anders aus, als die in Aussicht gestellten.
Immerhin nimmt die Politbühne derzeit dabei keine Sonderstellung ein. Sieht man sich einmal genauer um, muss man sich fragen, ob all das was man zu sehen bekommt, überhaupt noch die Realität ist, oder gar nur das, was einem als real vorgegaukelt wird.
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Wer nicht hinsieht bleibt nicht verschont
Treffpunkt: Kritik Die Tagespresse ist derzeit voll von Nachrichten, die man an sich gar nicht hören wollte. Seien es die Pläne und Postenaufteilungen der Regierungsparteien in Berlin, bei denen abzusehen war, dass sie in einer Farce münden würden, bei der die Wahlversprechen über Bord gehen würden, oder aber das Ende eines Konzerns, das auch vor der Wahl quasi beschlossen war, das man aber erst nach der Regierungsfindung bekannt machte, um die Wähler nicht zu verstimmen. Es wird von aktuellen Dokumentationen berichtet, dessen Thema (die Abschlachtung von Delphinen vor der Küste Japans) zwar die Menschen in Aufruhr und Wut versetzt, welche die meisten aber genau aus jenem Grund gar nicht ansehen wollen.
Denn so spannend Nachrichten sind, wenn sie etwas Schlimmes beinhalten, so wenig sind wir doch gewillt, aktiv zu werden, um eine Änderung herbeizuführen, selbst wenn etwas unsere tiefsten Überzeugungen erschüttert.
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15 Minuten Scham
Treffpunkt: Kritik Es gibt eine Unterteilung, die ist älter als die Menschheit selbst. Seit Jahrtausenden bereits gibt es Jäger und Beute. Dem ist nicht nur im Tierreich so, sondern auch unter den Menschen, egal ob Männer oder Frauen oder welchen Alters. Auch heute in unserer schnellen, von äußeren Einflüssen meist bestimmten Welt, bleiben diese Gruppen erhalten. Sie bekommen zwar sowohl in den Lehrbüchern wie in den Tageszeitungen neue Namen zugeschrieben, doch im Kern bleiben sie unverändert.
Auf die Frage hin, was man lieber sein möchte, der Jäger oder das Beutetier, würden wohl die meisten antworten, dass sie lieber als Gewinner aus einer Konfrontation hervor gehen und damit wohl lieber der Jäger sein möchten. Manchmal gelingt es aber auch der Beute, einen Sieg zu erringen. Zumindest auf lange Sicht.
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Klassen ohne Gesellschaft
Treffpunkt: Kritik Wer kennt das nicht: ob man nun irgendwo durch die Einkaufspassage schlendert, oder im Zug oder der S-Bahn sitzt, irgendwo präsentiert irgendjemand gerade sein iPhone der Öffentlichkeit. Meist telefonieren die Leute nicht, und schreiben auch keine E-Mail, wie es in der Werbung gezeigt wird. Sie suchen sich bei GoogleMaps auch nicht die schnellste Strecke zum Psychologen heraus. Vielmehr wird ein Spielchen gespielt oder ein Kreuzworträtsel unter Zuhilfenahme der Tipp-Funktion im Programm gelöst. Denn wer ein solches Statussymboltelefon hat, der muss es auch zeigen, immerhin ist der Verkaufsschlager vom Wolf im Schafspelz Apple Kommunikationsgerät im doppelten Sinne. Zusätzlich zu den normalen Funktionen eines Handys ist es darauf spezialisiert, etwas über den Besitzer auszusagen, ohne dass dieser etwas sagen muss. Dabei flüstert das iPhone nicht, sondern schreit mit lauter Stimme heraus: "Mein Besitzer hat ein iPhone! Er ist hip, er ist trendy und er ist besser als alle, die kein iPhone haben!". Man achte hierbei auch auf den Blick der meist männlichen iPhone-Besitzer, wenn sie ihre Eier legende Wollmilchsau aus der Tasche ziehen und sich in der Hoffnung, neidvolle Blicke einzuheimsen, in der Runde umsehen.
Schaut man sich den Kult um das Lifestyleprodukt Nummer eins an, sollte an sich schnell klar werden, dass die Mehrklassengesellschaft schon lange nicht mehr erst bei der Gesundheitsversorgung beginnt.
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