Kung Fu Panda 3 [2016]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 22. Dezember 2016
Genre: Animation / Komödie

Originaltitel: Kung Fu Panda 3
Laufzeit: 95 min.
Produktionsland: China / USA
Produktionsjahr: 2016
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Jennifer Yuh Nelson, Alessandro Carloni
Musik: Hans Zimmer
Stimmen: Jack Black (Hape Kerkeling), Bryan Cranston (Bert Franzke), Dustin Hoffman (Reinhard Kuhnert), Angelina Jolie (Bettina Zimmermann), J.K. Simmons (Oliver Stritzel), Jackie Chan (Stefan Gossler), Seth Rogen (Tobias Kluckert), Lucy Liu (Cosma Shiva Hagen), David Cross (Ralf Schmitz), Kate Hudson (Magdalena Turba), James Hong (Lutz Mackensy), Randall Duk Kim (Jochen Schröder)


Kurzinhalt:

An sich ist Drachenkrieger Po (Jack Black / Hape Kerkeling) mit seinem Leben sehr zufrieden. Regelmäßig kann er mit seinen Freunden das Tal vor Feinden beschützen und gutes Essen gibt es nicht zuletzt in der Küche seines Vaters Mr. Ping (James Hong / Lutz Mackensy). Da offenbart ihm Meister Shifu (Dustin Hoffman / Reinhard Kuhnert), dass dieser sich zur Ruhe setzen wird, um das Chi zu studieren – Po soll ihn als Lehrer ablösen. Als wäre das nicht genug, erscheint im Tal urplötzlich der Panda Li (Bryan Cranston / Bert Franzke) auf der Suche nach seinem verlorenen Sohn und Kai (J.K. Simmons / Oliver Stritzel), Weggefährte von Meister Oogway (Randall Duk Kim / Jochen Schröder), hat einen Weg aus dem Geisterreich zurück gefunden und ist darauf aus, alles zu zerstören, was Oogway aufgebaut hatte. Nur der Drachenkrieger kann ihn aufhalten ...


Kritik:
Man stelle sich vor, man hätte die Zutaten und ein Rezept, das den eingeladenen Gästen in jedem Fall schmecken wird, müsste man sich dann noch Gedanken darüber machen, ob das Essen auch ansprechend samt Dekoration präsentiert wird? Kung Fu Panda 3 bringt all das mit, weswegen das Zielpublikum bereits bei den ersten beiden Filmen ins Kino geströmt ist und die Macher gehen kein Risiko ein, die jungen Zuseher zu vergraulen. Nur gehen sie leider nicht die paar Schritte zusätzlich, um einen bemerkenswerten Film zu erzählen.

Ein knuffiger Panda, der nicht nur für Slapstick-Humor sorgt, sondern auch noch kämpft, ist bei Kindern ein ebenso sicherer Trumpf wie die gelben, schusseligen Minions in einer anderen Filmreihe, oder das Eiszeitnagetier Scrat in wieder einer anderen. War Kung Fu Panda 2 [2011] dem Vorgänger auf Grund der etwas ernsteren Geschichte inhaltlich überlegen, hatte Kung Fu Panda [2008] mit dem Underdog Po als Kung Fu-Schüler bereits eine positive Aussage, die sich an die ganze Familie richtete. Teil drei bewegt sich von der ernsteren Stimmung wieder weg und präsentiert stattdessen gleich mehrere Collagen, in denen die Figuren nichts anderes tun, als mit allerlei Fehltritten etwas zu üben. Beispielsweise, wenn Po von Meister Shifu den Auftrag bekommt, selbst Kung Fu zu lehren, oder er später seiner provisorischen Armee das Kämpfen beibringt.

Das ist nett anzusehen, bringt die aber ohnehin sehr spärlich skizzierte Geschichte kaum voran. Vor allem berauben sich die Macher selbst der wenigen ersten Momente, bei denen einem an sich ein Kloß im Hals sitzen sollte, die hier aber nie genutzt werden.
Drachenkrieger Po muss sich stattdessen gegen Kai wehren, einst Gefährte von Meister Oogway, der im Geisterreich die Macht erlernt hat, das Chi anderer Meister zu sammeln und auf sich zu übertragen. Damit kehrt er in die Welt der Lebenden zurück, um alles, was Oogway aufgebaut hat, zu zerstören. Kai könnte somit ein bedrohlicher Bösewicht sein, wächst jedoch nie über einen dramatischen Auftritt hinaus, der gleich mehrmals mit dem Scherz endet, dass niemand weiß, wer er ist.

Gleichzeitig erzählt Kung Fu Panda 3 davon, dass Po seinen verloren geglaubten Vater wiederfindet und mit ihm in ein geheimes Dorf voller Pandas reist, wo er lernen will, das Chi zu meistern, um Kai entgegen treten zu können. Wie die Geschichte dabei die ersten beiden Filme aufgreift, um die Figur "abzurunden" ist durchaus gelungen und man möchte sogar meinen, dass Po am Ende des Films ein anderer ist, als zu Beginn. Nur eine wirkliche Entwicklung findet hier leider nicht statt, stattdessen ist er es einfach von einem Moment zum anderen. Sein Team um Tigress, Monkey, Mantis, Viper und Crane hat dabei überhaupt nichts zu tun.

Das Zielpublikum wird dies, wie eingangs erwähnt, nicht stören. Sie werden sich an den putzigen Figuren erfreuen und auch die Kampfszenen sind ansprechend umgesetzt. Vor allem ist Kung Fu Panda 3 nie zu düster, so dass auch die Kleinsten gebannt auf das Treiben starren werden. Den Erwachsenen bleibt das Gefühl, dass die Figuren alle auf der Stelle treten, während die Geschichte für eine Stunde Laufzeit ausgelegt ist, jedoch auf eineinhalb arg gestreckt wird.


Fazit:
Es gibt bei Kung Fu Panda 3 Einiges, was einem auch als Erwachsenem ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert. Umso bedauerlicher, dass das Team um Panda Po kaum in Aktion tritt – sie zusammenarbeiten zu sehen war es, das Teil zwei merklich bereichert hat. Dafür setzen die Macher mehr als ohnehin schon auf den Putzigkeitsfaktor, der ebenso wie bei den immer gleichen Slapstick-Einlagen beim Zielpublikum zweifelsohne funktioniert. Die Aussage der Geschichte scheint die der letzten Filme zu wiederholen, hat aber immer noch das Herz am rechten Fleck. All das macht den dritten Film für Kinder wie Fans durchaus sehenswert, richtet sich allerdings merklich an die jüngeren Interessierten. Ob sich mit diesem Konzept die nächsten drei, bereits geplanten Fortsetzungen erzählen lassen, sei allerdings dahingestellt.